Geleakte Jihadistenliste: Schweizer standen Pariser Terror-Kommando nahe

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Geleakte JihadistenlisteSchweizer standen Pariser Terror-Kommando nahe

Auf internen Dokumenten des IS stehen die Namen von vier Männern mit Schweiz-Bezug. Mindestens zwei von ihnen hatten offenbar Verbindungen zu den Paris-Attentätern.

In den jüngst aufgetauchten und als geheim eingestuften Akten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) finden sich auch die Namen mehrerer Schweizer. Dem «Tages-Anzeiger» und «10 vor 10» liegen vier entsprechende Personalbögen von Jihadisten. Sie sind 2013 und 2014 in IS-Gebiete gereist.

Bei einem der Jihadisten handelt es sich um den Walliser M. A. (32). Er ist der bislang einzige Syrien-Rückkehrer, der von der Bundesanwaltschaft verurteilt wurde. Aus seinem IS-Personalbogen geht hervor, dass A. kein «Selbstmordattentäter» sein wollte. Zudem verfüge er nur über «niedrige» Scharia-Kenntnisse. Für den Fall seines Todes gab A. die Schweizer Telefonnummer seines Vaters an.

Drei andere Terrorgruppen vor IS-Mitgliedschaft

Beim zweiten Jihadisten handelt es sich um den 25-jährigen D. G. Der Schweizer mit algerischen Wurzeln reiste im Oktober 2013 von Orbe VD nach Syrien. Er soll sich noch immer dort aufhalten. Laut seinem Personalblatt schloss sich G. drei verschiedenen Terrorgruppierungen an, bevor er zum IS kam.

D. G. und M. A. wurden gemäss Akten von Abu Hassan Al-Faransi rekrutiert, schreibt der «Tages-Anzeigers» in einem weiteren Bericht. Der Franzose sitzt zurzeit in einem französischen Gefängnis. Er soll ausserdem Foued Mohamed-Aggad rekrutiert haben, heisst es. Mohamed-Aggad richtete am 13. November in der Pariser Konzerthalle Bataclan ein Massaker an.

Auf der Liste tauchen zwei weitere «Kämpfer» mit Schweiz-Bezug auf. Der eine ist als Nordafrikaner verzeichnet, der sich mehrere Monate in der Schweiz aufgehalten haben soll. Der andere ist als Ägypter registriert, der in der Romandie lebte.

Die vier Personalbögen mit Schweiz-Bezug sind dem TA und SRF von der «Süddeutschen Zeitung» und den Fernsehsendern NDR und WDR zu Verfügung gestellt worden. Erste Auswertungen werden heute in der Sendung «10 vor 10» und parallel auf Tagesanzeiger.ch/Newsnet veröffentlicht. Gut möglich ist, dass in den Tausenden Personalbögen weitere Schweizer Jihadisten registriert sind.

(Übernommen und bearbeitet von 20 Minuten) (20 Minuten)

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