Smallpdf und Dropbox: Schweizer Start-up macht Deal mit US-Techgigant
Aktualisiert

Smallpdf und DropboxSchweizer Start-up macht Deal mit US-Techgigant

Die kleine Zürcher Firma Smallpdf hat eine Partnerschaft mit Dropbox abgeschlossen. Geld gibts dafür keines, aber Smallpdf hofft auf mehr Nutzer.

von
R. Knecht
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CEO Manuel Stofer (r.) und COO Christoph Forsting bieten mit Smallpdf eines der weltweit beliebtesten Web-Angebote.

CEO Manuel Stofer (r.) und COO Christoph Forsting bieten mit Smallpdf eines der weltweit beliebtesten Web-Angebote.

Smallpdf
Nun tritt Dropbox auf den Plan: Die US-Techfirma hat Smallpdf eine Partnerschaft angeboten.

Nun tritt Dropbox auf den Plan: Die US-Techfirma hat Smallpdf eine Partnerschaft angeboten.

epa/Peter Foley
Ab Ende November können Dropbox-Nutzer die PDF-Bearbeitungstools von Smallpdf direkt über das Cloud-Angebot der US-Firma einsetzen.

Ab Ende November können Dropbox-Nutzer die PDF-Bearbeitungstools von Smallpdf direkt über das Cloud-Angebot der US-Firma einsetzen.

Smallpdf

Das Schweizer Start-up Smallpdf hat einen Coup gelandet: Die kleine Software-Firma wird Partner des US-Techgiganten Dropbox. Wie die beiden Firmen mitteilen, integriert die Cloud-Firma aus San Francisco die PDF-Bearbeitungstools von Smallpdf aus Zürich in ihr neues Extensionsprogramm.

Damit ist Smallpdf nicht nur die einzige Schweizer Firma, die bisher eine solche Partnerschaft mit Dropbox hat, sondern auch eine der kleinsten. Zu den anderen acht bisher bekannten Partnern gehören etwa Adobe und Autodesk. Beide Firmen haben Tausende Mitarbeiter – Smallpdf betreibt in Zürich ein Büro mit gerade mal vierzehn Angestellten. Doch die Teamgrösse kann täuschen: Das Start-up hat laut Eigenangaben auf seiner Website monatlich 20 Millionen Nutzer, und die Plattform steht kurz davor, im Alexa-Ranking von Amazon in die meistbesuchten 500 Seiten des Internets vorzustossen.

Von den Grossen ernst genommen

«Dropbox ist auf Smallpdf zugekommen und hat nach einer Partnerschaft gefragt», sagte CEO und Mitgründer Manuel Stofer zu 20 Minuten. «Das zeigt, dass wir trotz unseres kleinen Teams mittlerweile im Kreis der ‹Grossen› ernst genommen werden.»

Christoph Birkholz, Start-up-Experte und Mitgründer des Impact Hub Zürich, sagt zu 20 Minuten:«Klasse, dass sich internationale Techgiganten für unsere Start-ups interessieren.» Das sei ein Zeichen für die Qualität der Schweizer Jungfirmen.

Smallpdf will Nutzer dazugewinnen

Um Geld geht es bei der Partnerschaft allerdings nicht direkt: Weder bezahlt Dropbox Smallpdf etwas noch umgekehrt. Es gehe beiden Firmen vor allem darum, den Service zu verbessern und unnötige Arbeitsschritte zu reduzieren, sagt Stofer von Smallpdf zu 20 Minuten.

Allerdings hofft das vor fünf Jahren gegründete Start-up dank der Partnerschaft auf zusätzliche Nutzer. Wie viele der 500 Millionen Dropbox-User Smallpdf für sich gewinnen kann, müsse sich aber noch zeigen, so Stofer.

Gratismonat

Die Schweizer Firma möchte Dropbox-Nutzer von Smallpdf überzeugen. Diese erhalten darum einen kostenlosen Monat, um die Software ausgiebig zu testen. Wie genau es auf Dropbox nach dem Gratismonat weitergeht, ist laut Stofer noch nicht in Stein gemeisselt. Die Firma dürfte es aber ähnlich wie auf der Website handhaben: Wenignutzer bekommen die Services gratis, wer täglich viele Dokumente bearbeitet, bezahlt.

Das Extensionsprogramm von Dropbox gibt Nutzern ab Ende November etwa die Möglichkeit, über Smallpdf Dateien zu bearbeiten, zu konvertieren oder auch zu signieren. Zwar können Benutzer schon jetzt auf der Website von Smallpdf Dateien von Dropbox bearbeiten – neu ist die direkte Integration in die Software von Dropbox selbst.

Dropbox war vor 11 Jahren noch selbst ein Start-up

Dropbox wurde 2007 selbst als Start-up in San Francisco gegründet. Laut «Business Insider» gehört der Anbieter von Cloud-Speicher und Büro-Software heute zusammen mit Schwergewichten wie Uber, SpaceX und AirBnB zu den wertvollsten Start-ups in den USA. Obwohl das Unternehmen Verluste schreibt, wird der Wert der Firma auf über 10 Milliarden US-Dollar geschätzt. Einer der Hauptinvestoren von Dropbox ist der Vermögensverwalter Blackrock, dessen Vize-Vorstandsvorsitzender der ehemalige SNB-Chef Philipp Hildebrand ist.

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