Angst vor Spritze – Schweizer Studie testet das Pflaster zur Corona-Impfung
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Angst vor SpritzeSchweizer Studie testet das Pflaster zur Corona-Impfung

Für Menschen mit Angst vor Nadeln könnte schon bald ein ideales Produkt auf den Markt kommen. Eine Studie in Lausanne testet das Anti-Covid-Pflaster, das zudem ein Vakzin mit einem besonders langen Impfschutz enthält.

von
Reto Bollmann
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Eine Studie in Lausanne testet das Impfpflaster zur Covid-Impfung. Im Bild: ein von Forschenden der Stanford University und der University of North Carolina entwickeltes Produkt.

Eine Studie in Lausanne testet das Impfpflaster zur Covid-Impfung. Im Bild: ein von Forschenden der Stanford University und der University of North Carolina entwickeltes Produkt.

University of North Carolina at Chapel Hill
Das Impfpflaster könnte dereinst die Impfnadel ablösen – besonders für jene, die Angst vor Nadeln haben.

Das Impfpflaster könnte dereinst die Impfnadel ablösen – besonders für jene, die Angst vor Nadeln haben.

imago images/Martin Wagner
Es gibt Menschen mit einer sogenannten Trypanophobie. Das ist, wenn eine Person Angst vor Spritzen hat.

Es gibt Menschen mit einer sogenannten Trypanophobie. Das ist, wenn eine Person Angst vor Spritzen hat.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Ein Impfpflaster zur Corona-Impfung wird in einer aktuellen Studie in Lausanne getestet.

  • Das Pflaster bringt den Impfstoff via mikroskopischer Nadeln schmerzlos unter die Haut und ist damit für Personen mit Spritzenphobie interessant.

  • Zudem testet die Studie ein Vakzin, das einen Impfschutz von einem bis drei Jahren verspricht.

Für Menschen mit einer Spritzenphobie, von Experten Trypanophobie genannt, ist die aktuelle Pandemie eine besondere Herausforderung. Allgegenwärtig sind Bilder von Nadeln und Personen, denen Spritzen verabreicht werden. Eine Alternative zur Impfung per Injektion soll bald ein sogenanntes Impfpflaster bieten, dessen Anwendung in einer Studie in der Schweiz aktuell getestet wird, wie die «Bild» berichtet. Demnach haben 26 Freiwillige bereits ihre erste Impfdosis per Pflaster bekommen, worauf bald eine zweite, leicht stärkere Dosis folgen soll.

Studie durch Lausanner Unispital unterstützt

Entwickler des potenziellen neuen Vakzins mit dem Namen PepGNP, das bei der Studie getestet wird, ist die britische Emergex Vaccines Holding Ltd. Die Studie wird vom Forschungszentrum Unisanté in Lausanne durchgeführt und vom Universitätsspital Lausanne (CHUV) unterstützt. Während sechs Monaten werden die Studienteilnehmenden begleitet.

Der Impfvorgang funktioniert mit dem Pflaster ganz einfach: Dieses ist auf der Klebeseite mit winzigen, für den Nutzer nicht spürbaren Mikronadeln beschichtet, die mit dem Impfstoff benetzt sind. Die Nadeln dringen dabei nicht einmal einen Millimeter in die Haut ein. Gemäss älteren Studienerkenntnissen haben die Pflaster eine spezifische Antikörperantwort hervorgerufen, die zehnmal so stark ist, wie die einer Injektion – wodurch sehr viel Impfstoff eingespart werden könnte.

Bis zu drei Jahre Impfschutz

Statt wie die herkömmlichen Vakzine die Produktion von Antikörpern anzuregen, wirkt der PepGNP-Impfstoffkandidat auf die T-Zellen des Körpers. Gemäss Studienleiter Professor Blaise Genton wird die Immunität dann von sogenannten Gedächtniszellen erzeugt, die einen lang anhaltenden Schutz bieten sollen. Die Schutzdauer könnte dabei laut Genton zwischen einem und drei Jahren liegen und so die saisonalen Auffrischungsimpfungen überflüssig machen.

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