Herbstmode: Schweizer stürzen sich auf Daunenjacken

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HerbstmodeSchweizer stürzen sich auf Daunenjacken

Die Modebranche freut sich über die kühle Witterung: Sie ist ausgezeichnet in die Herbstsaison gestartet.

von
Isabel Strassheim
Run auf warme Kleider: Modeketten profitieren vom schlechten Wetter. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Run auf warme Kleider: Modeketten profitieren vom schlechten Wetter. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Nach dem buchstäblichen Top-Sommer lässt sich für die Kleiderketten die Herbstsaison super an. Die Verkäufe der letzten zwei Wochen laufen dank dem Wetter wie geschmiert. «Schon ein paar kühle Tage genügen und die Kundin möchte bereits Herbstware einkaufen», sagt Chicorée-Gründer Jörg Weber zu 20 Minuten. Die Kette habe das Sortiment letzte Woche auf warme Kleider umgestellt und das Geschäft laufe sehr gut: «Die Leute kaufen und tragen schon jetzt dünne Daunenjacken.» Hohe Umsätze zum Saisonstart bedeuten für die Modehändler in der Regel auch hohe Gewinne, denn Rabattaktionen setzen erst später ein.

Auch im gehobenen Segment von PKZ läuft der Herbst-Umsatz bereits warm. «Tatsächlich haben die ersten etwas herbstlicheren Tage bereits viele Kundinnen und Kunden auf unseren Online-Shop pkz.ch und in unsere über 40 Läden gebracht», sagt Verwaltungsratspräsident Olivier Burger.

Shoppen statt schwimmen

«Wichtig ist, dass die Leute nicht mehr im Schwimmbad sind, sondern wieder Lust und Motivation zum Shoppen haben», sagt Armin Haymoz, Geschäftsführer vom Verband Swiss Fashion Stores. Aber auch der Schulanfang bringe die Leute wieder in die Einkaufscenter.

Schweizer Händler können sich eher mit der Kollektion nach hiesigen Wetter und Anlässen richten als internationale Ketten wie H&M oder Zara. Chicorée hat am letzten Samstag den Schwerpunkt auf den Herbst gelegt.

Euro ist Geschichte

Im Sommer-Geschäft hatte vor allem das mittlere und höherpreisige Segment unter dem Franken-Schock gelitten: Denn die Designer-Label waren in Deutschland oder Italien deutlich günstiger und die Konsumenten kauften vermehrt im Ausland ein. Bei günstiger Mode dagegen war der Preisabstand zum Euroland nicht so stark, so dass Schweizer Ketten weniger litten.

«Die Euro-Geschichte ist nun wirklich Geschichte», sagt Olivier Burger. Das Wetterglück kam für den Modehandel im richtigen Moment.

Schon das heisse Sommerwetter half Chicorée zu einem Umsatzplus im zweistelligen Prozentbereich. «Die Kundinnen haben sich intensiv mit Sommerkleidung eingedeckt», sagt Weber. Die zuletzt hohen Rabatte haben den Umsatz nicht gedrückt: «Durch die günstigen Preise werden oft mehr Teile gekauft, was den Umsatz wieder ausgleicht.»

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