Aktualisiert 27.08.2012 13:00

Auf heissen KohlenSchweizer Team holt EM-Gold im Grillieren

Die «Baby Brutzler» aus Basel haben den Dreh raus: Bei der Grill-Europameisterschaft in Belgien belegen sie Platz 1 in der Kategorie Rindfleisch. Dabei ist das gar nicht ihre Königsdisziplin.

von
oku
Das sind Europas beste Rindfleisch-Grillierer: Nadine Meier, Sarah Kaufmann, Stefan Spillmann, Beat Stohler, Jonas Walgher, Eveline Stohler und Carl Stohler aus Basel.

Das sind Europas beste Rindfleisch-Grillierer: Nadine Meier, Sarah Kaufmann, Stefan Spillmann, Beat Stohler, Jonas Walgher, Eveline Stohler und Carl Stohler aus Basel.

Insgesamt 54 Teams mit je maximal acht Mitgliedern sind bei der Europameisterschaft der Brutzler angetreten. Darunter auch eines aus Basel. Die Familie Stohler samt Freunden überzeugten die etwa 70 zum Teil professionellen Juroren, die aus der ganzen Welt angereist sind. In der Kategorie Rindfleisch-BBQ sicherten sich die Schweizer in Torheim damit den ersten Platz. «Das hätten wir im Vorfeld niemals gedacht. Wir haben uns eine Platzierung im Mittelfeld ausgemalt», freut sich Beat Stohler über den Erfolg.

Tatsächlich gingen sie eher als Aussenseiter in das heisse Rennen. Denn noch bei der WM 2011 in Gronau/Deutschland haben sie es nur auf einen der hinteren Platze geschafft. Umso mehr jubelten die frischgebackenen – pardon: frischgeräucherten – Grillmeister vom Rheinknie nach Bekanntgabe der Ergebnisse.

Immer schön langsam

Bei dem Wettbewerb, der nach den Richtlinien der World Barbecue Association (WBA) durchgeführt wurde, kommt es auf viele Details an: «Wir hatten eine gute Tagesform, die Garstufen beim Fleisch stimmten, der Geschmack kam gut hervor, das Gemüse war prima und die Marinade offenbar auch», lässt Stohler die spannenden Momente noch einmal Revue passieren. Knapp vier Stunden wurden die drei Kilo Rindfleisch, die allen teilnehmenden Teams vom Veranstalter gestellt wurden, gegart. «Low and Slow» ist das Motto dabei, verrät der 27-Jährige.

Welche Beilagen es zu dem Fleisch gibt und wie sie zubereitet werden, ist den Teams selbst überlassen. Wichtig ist dabei nur: Alles muss vom Grill kommen. Im Fall der Baby Brutzler gab es dazu diverse grillierte Antipasti.

Auch in den Disziplinen Spare Ribs (Platz 4) und Poulet (Platz 13) haben der gelernte Koch und die sechs Amateur-Grillierer ganze Arbeit geleistet. Einzig beim Fisch konnten sie mit keiner Top-Platzierung aufwarten. «Das ist komisch, denn eigentlich ist das unser Spezialgebiet», amüsiert sich der frischgebackene Europameister.

Dank 20 Minuten zum Titel

Die Grillfreunde im Alter zwischen 20 und 55 Jahren kamen eher durch Zufall zu ihrer Leidenschaft. «In ‹20 Minuten› stand einmal ein Artikel über die Schweizer Grillmeisterschaft in Wattwil 2010. Das hat uns auf die Idee gebracht: Komm, lass uns da doch mit der Family hingehen und mitmachen», erzählt der Mann mit der Vorliebe für Knuspriges. Damals belegten sie Platz 1 und qualifizierten sich somit für die Weltmeisterschaft in Deutschland.

Zwischenzeitlich hat sie der Ehrgeiz richtig gepackt: «Wir treffen uns ein- bis zweimal im Monat und grillen einen ganzen Tag lang. Morgens um 8 Uhr geht es los. Bis am Abend wird experimentiert und verfeinert.» Es ist eben noch kein Grillmeister vom Himmel gefallen.

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