Schweizer Teenager von drei Saudis vergewaltigt
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Schweizer Teenager von drei Saudis vergewaltigt

Ein 15-jähriger schweizerisch-französischer Doppelbürger hat heute vor einem Gericht in Dubai gegen seine drei mutmasslichen Peiniger ausgesagt. Die Männer sollen den Jugendlichen im vergangenen Juli in einem Auto gekidnappt und an einem dunklen Ort in der Wüste vergewaltigt haben.

Der 15-jährige Hoteliersohn und sein 16-jähriger Freund aus Frankreich wurden auf Antrag der Verteidigung von einem dreiköpfigen Richtergremium während rund zwei Stunden unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt.

«Jetzt haben sie das gesamte Bild, sie hörten die Geschichten der Angeklagten, sie hörten meinen Sohn und die Zeugen. Jetzt können sie urteilen», sagte die Mutter des 15-Jährigen, Veronique Robert, nach der Gerichtsverhandlung der Nachrichtenagentur AP am Telefon. Ihr Sohn habe dem Gericht die schrecklichen Erlebnisse geschildert, als ihm und seinem Freund ein Bekannter nach einem Bummel in den Shopping Malls angeboten habe, sie nach Hause zu fahren. Sie seien in ein Auto mit drei Männern eingestiegen. Doch die Fahrt endete nicht beim Hotel, das sein Vater in Dubai führt, sondern an einem dunklen Ort in der Wüste, zwischen neu erbauten Luxusvillen und einer Stromzentrale.

Sein 16-jähriger Freund aus Frankreich sei aus dem Wagen gestossen worden. Ihn selbst hätten die drei Männer mit einem Messer bedroht und einer nach dem anderen auf dem Hintersitz des Autos vergewaltigt. Anschliessend hätten sie ihn zu einem der Luxus-Hotels gefahren und neben der Strasse stehen lassen.

Nun stehen zwei der drei Männer, ein 35-Jähriger und ein 18-Jähriger, wegen Entführung sowie sexuellen Missbrauchs vor Gericht. Einer hat Aids. Den beiden droht die Todesstrafe, falls sie schuldig gesprochen werden. Der dritte Angeklagte, ein Teenager, wird vor ein Jugendgericht kommen. Er muss mit zehn Jahren Gefängnis rechnen, wenn er verurteilt wird. Nach der Anhörung der beiden Opfer wurde der Fall bis am kommenden Sonntag ausgesetzt, dann wird der letzte Zeuge - ein Polizeibeamter - vor Gericht aussagen.

Dem Jugendlichen, der das Land im vergangenen Oktober verlassen hat, war zunächst abgeraten worden, Anzeige zu erstatten. Er riskierte nämlich, selber wegen Homosexualität angeklagt zu werden. Denn das Delikt Vergewaltigung unter Männern existiert im Golfemirat nicht, lediglich «erzwungene Homosexualität». Die Mutter des Opfers beschuldigt die Behörden des Landes auch, dass sie versucht hätten, zu unterschlagen, dass der 35-jährige Angeklagte HIV-positiv sei. Sie hätten vertuschen wollen, dass Aids auch im boomenden arabischen Golfstaat eine Realität sei. Wie die Mutter des vergewaltigten Jungen aber sagte, hat sie ein offizielles Dokuments aus dem Jahr 2003 gesehen, aus dem hervorgeht, dass die Behörden von der HIV-Infektion gewusst hätten. (dapd)

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