Aktualisiert 09.12.2014 16:48

Meistverkaufte AppSchweizer Threema-App ist der Überflieger 2014

Der Nachrichtendienst Threema ist die meistverkaufte App des Jahres. Die Schweizer Firma profitiert von Bedenken bei Whatsapp. Im Frühjahr zog sie in ein Steuerparadies.

von
S. Spaeth
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Der Schweizer Messenger Threema will in die USA expandieren. Allerdings ohne wirklich Geld für die Lancierung aufwenden zu wollen.

Der Schweizer Messenger Threema will in die USA expandieren. Allerdings ohne wirklich Geld für die Lancierung aufwenden zu wollen.

Threema
Threema ist vor allem wegen seiner End-zu-End-Verschlüsselung, die sichere Kommunikation gewährleistet, bekannt. Vor allem nach Bekanntwerden der WhatsApp-Übernahme durch Facebook Anfang Jahr verzeichnete der Schweizer Messenger Millionen Neukunden.

Threema ist vor allem wegen seiner End-zu-End-Verschlüsselung, die sichere Kommunikation gewährleistet, bekannt. Vor allem nach Bekanntwerden der WhatsApp-Übernahme durch Facebook Anfang Jahr verzeichnete der Schweizer Messenger Millionen Neukunden.

Threema
Wichtigster Markt für Threema ist derzeit Deutschland, das gemäss Angaben des Unternehmens rund 80 Prozent der Nutzerbasis ausmacht. Threema funktioniert auf den ersten Blick ähnlich wie zum Beispiel WhatsApp. Die Kurznachrichten-App gibts für iOS und Android.

Wichtigster Markt für Threema ist derzeit Deutschland, das gemäss Angaben des Unternehmens rund 80 Prozent der Nutzerbasis ausmacht. Threema funktioniert auf den ersten Blick ähnlich wie zum Beispiel WhatsApp. Die Kurznachrichten-App gibts für iOS und Android.

Threema

Die Schweizer Whatsapp-Alternative Threema ist die meistverkaufte App im deutschsprachigen Raum, wie aus den gestern von Apple veröffentlichten Jahresstatistiken für iOS-Apps hervorgeht. Die Anzahl Threema-Nutzer ist von rund 200'000 zu Jahresbeginn auf über 3 Millionen geklettert, wie das deutsche Medienportal Meedia.de vermeldet. Die seit 2012 erhältliche Entwicklung des Schweizers Manuel Kasper legt besonders viel Wert auf eine verschlüsselte Kommunikation der Nutzer untereinander.

In die Hände gespielt haben den Threema-Erfindern der NSA-Skandal und die Sicherheitsbedenken bei Whatsapp, das im Februar vom Giganten Facebook gekauft wurde. «In einer Zeit, in der sich immer mehr Bürger bewusst werden, was sie für eine Spur in der digitalen Welt hinterlassen und sich immer mehr Leute über das Missbrauchspotenzial klar werden, ist Threema das richtige Produkt zur richtigen Zeit», betont Threema-Mitbegründer Martin Blatter. Veranschaulicht wird das durch diese Zahl: Bereits wenige Stunden nach Bekanntwerden des Whatsapp-Deals wurden bei Threema 55'000 neue Konten erstellt. Auf Rang zwei im iOS-Ranking für den deutschen Sprachraum folgen «7 Minuten Workout» und «Blitzer.de Pro». Bei den Gratis-Apps liegt Quizduell an der Spitze.

Schweizer-App-Store auf Rang zwei

Schaut man lediglich auf die in der Schweiz verkauften iOS-Apps, zeigt sich folgendes Bild: Im Schweizer-Store liegt Threema am 9. Dezember auf Rang zwei. Der meistverkaufte Dienst ist die Reiseapp Peakfinder. Betrachtet man die Top-Apps im Schweizer Android-Store an, liegt Threema bei den Kostenpflichtigen auf Rang vier. An der Spitze klassiert sich Minecraft Pocket Edition. Betrachtet man hingegen nur die «Nicht-Game-Apps», schafft es das Schweizer Produkt ebenfalls auf Rang zwei.

Umzug ins Steuerparadies

Für Threema scheint sich das Geschäft in Zukunft auch finanziell zu lohnen. Einerseits gab es Kaufinteressenten, andererseits dürfte die 10 Mitarbeiter zählende Firma mit 3 Millionen verkauften Apps zu rund 2 Franken einen Umsatz von gegen 6 Millionen Franken erreicht haben. Sind die App-Erfinder nun reiche Leute? «Umsatz und Gewinn sind nicht das Gleiche», betont Blattner. Der einmalige Preis der App müsse nach Abzug der Gebühren von Apple und Co. sämtliche Betriebskosten für die kommenden Jahre decken. Zudem müsse die App weiterentwickelt und unterhalten werden. Das alles sei nicht gratis.

Mit dem Erfolg von Threema dürfte künftig auch eine höhere Steuerrechnung verbunden sein. So hat die Firma Ende April den Firmensitz von Einsiedeln ins steuergünstige Freienbach verlegt. Bei Threeema stellt man steuertechnische Überlegungen für den Umzug in Abrede. Der neue Standort liege geografisch ideal, da man sowohl Mitarbeiter aus der Innerschweiz als auch aus dem Kanton Zürich habe.

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