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Von Dieben erschossenSchweizer Tourist in Kenia getötet

In einem Laden in der Nähe des Strandes einer beliebten Touristendestination ist ein Schweizer erschossen worden. Viele Botschaften warnen vor der Kriminalität im Land.

Attentate, hohe Kriminalität: Mehrere Botschaften warnen Touristen vor Reisen nach Kenia.

Attentate, hohe Kriminalität: Mehrere Botschaften warnen Touristen vor Reisen nach Kenia.

Ein Schweizer Tourist ist in einem Laden in der Nähe des Badeortes Diani in Kenia von bewaffneten Dieben getötet worden. Unter welchen Umständen der Schweizer erschossen wurde, ist unklar.

Der Ladenbesitzer wurde beim Überfall verletzt, wie die kenianische Polizei am Samstag mitteilte. Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA nur den Tod eines Schweizer Staatsangehörigen in Kenia.

Augenzeugin: Gezielter Angriff

Die Verbrecher waren in einen Laden in der Nähe des Strandes von Diani eingedrungen, einer beliebten Touristendestination bei Mombasa am Indischen Ozean. Ein Vertreter der kenianischen Polizei, Jack Ekakoro, sagte, der Schweizer sei nicht Ziel des Verbrechens gewesen: «Die Diebe erschossen ihn offenbar, als sie auf der Flucht waren.» Die Polizei habe eine Untersuchung eingeleitet.

Eine Augenzeugin aus der Schweiz sagte hingegen zur Nachrichtenagentur DPA, der getötete Mann - ein 44-Jähriger aus dem Kanton Thurgau - sei von drei bis vier Banditen angegriffen worden, die auf Motorrädern auf den Zeltplatz gefahren seien.

«Als sie den Mann ausrauben wollten, hat er sich gewehrt und mit ihnen gekämpft», sagte sie. Daraufhin hätten die Täter ihn erschossen. Die Zeugin erklärte weiter, sie sei anschliessend selbst ausgeraubt worden, aber unverletzt geblieben.

Touristen oft überfallen oder entführt

Derartige Raubüberfälle häufen sich nach Angaben der kenianischen Polizei in der touristischen Nebensaison, wenn die Einkünfte der Menschen sinken. Vor allem in Diani Beach werden Touristen vor allem abends und nachts häufig angegriffen: Hier stehen Luxusresorts am Strand des Indischen Ozeans gleich neben ärmlichen Hütten der Bevölkerung.

Viele Botschaften warnen Touristen vor der Kriminalität im Kenia. 2011 wurden mehrere westliche Reisende Opfer von Angriffen. Eine Französin, die entführt und nach Somalia verschleppt worden war, starb in Gefangenschaft. Eine Britin wurde nach sechs Monaten Geiselhaft freigelassen; ihr Mann war bei der Entführung getötet worden.

Im November desselben Jahres wurde eine Schweizerin schwer verletzt, als Bewaffnete im kenianischen Shaba-Nationalreservat ein Fahrzeug mit Touristen beschossen. Der Fahrer wurde getötet. Die Schweizerin und ihr Begleiter scheinen nicht direkt Ziel der Angreifer gewesen zu sein, sondern waren offenbar in einen Konflikt zwischen verfeindeten Gruppen geraten. (sda)

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