Marseille: Schweizer Touristen mit Schlauchboot vor Flammen gerettet
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MarseilleSchweizer Touristen mit Schlauchboot vor Flammen gerettet

An der Mittelmeerküste Frankreichs in der Nähe von Marseille ist es zu verheerenden Bränden gekommen. Campingplätze und Feriendörfer mussten evakuiert werden – darunter waren auch Touristen aus der Schweiz.

von
Reto Heimann
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Seit Dienstagabend wüten die Brände in der Region Bouches-du-Rhône in der Nähe der Stadt Marseille.

Seit Dienstagabend wüten die Brände in der Region Bouches-du-Rhône in der Nähe der Stadt Marseille.

Twitter/Pompiers13
Feuerwehrleute stehen im Dauereinsatz.

Feuerwehrleute stehen im Dauereinsatz.

Twitter/Pompiers13
Starke Winde begünstigen die Ausbreitung des Feuers und machen es schwierig, es unter Kontrolle zu bringen.

Starke Winde begünstigen die Ausbreitung des Feuers und machen es schwierig, es unter Kontrolle zu bringen.

Twitter/Pompiers13

Darum gehts

  • An der Mittelmeerküste Frankreichs sind mehrere Feuer ausgebrochen.

  • Die Bevölkerung musste über Land und Wasser evakuiert werden.

  • Starke Winde begünstigten die Ausbreitung des Feuers.

An der französischen Mittelmeerküste, in der Nähe von Marseille, wüten derzeit mehrere Feuer. Betroffen ist insbesondere der Küstenabschnitt westlich der Metropole Marseille in der Region Bouches-du-Rhône. Mehrere Campingplätze und Feriendörfer mussten evakuiert werden.

Seit Dienstagabend stehen die Feuerwehrleute im Dauereinsatz. 1800 Soldaten unterstützen sie dabei. Mindestens 2700 Personen, darunter viele französische und ausländische Touristen, wurden evakuiert. Der stark aufkommende Wind begünstigt die Ausbreitung des Feuers.

Mit dem Schlauchboot abgeholt

Mittendrin befinden sich Schweizer Touristen. «Ein Schlauchboot der Polizei hat uns am Strand abgeholt», berichten sie gegenüber «20 minutes». Zusammen mit anderen aus dem Gebiet Evakuierten mussten sie in einer Turnhalle nächtigen. Im Moment gebe es für sie keine Möglichkeit, ihre zurückgelassenen Sachen wiederzubekommen, berichten die Touristen weiter.

«Wir sind sehr erleichtert, dass es keine Opfer gibt», sagte Gaby Charroux gegenüber der französischen Agentur AFP. Charroux ist Bürgermeister der Küstenstadt Martigues, die vom Feuer besonders stark betroffen ist. «Es hätte nämlich viele Opfer geben können: Zwei ganze Feriendörfer sind niedergebrannt», führt er aus.

«Ein bisschen wie die Apokalypse»

Die Einsatzkräfte retteten die Leute über Land, häufig aber auch über das Wasser. «Wir mussten die Menschen mit meinem kleinen, halb befestigten Boot auf die grösseren Feuerlöschboote transportieren», erzählt Philippe, der in einer lokalen Raffinerie arbeitet und sein Boot zur Rettung zur Verfügung stellte. «Wir waren mitten im Rauch und den Flammen, die Menschen gerieten in Panik – es war ein bisschen wie die Apokalypse.»

Mittlerweile soll das Feuer unter Kontrolle sein, berichtet die Feuerwehr. Sie bleibt aber im Einsatz, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. 14 Feuerwehrleute wurden beim Kampf gegen das Feuer leicht verletzt oder erlitten eine Rauchvergiftung. Zwischen 2015 und 2019 sind im Durchschnitt 9300 Hektaren Wald und Land an der französischen Mittelmeerküste Bränden zum Opfer gefallen.

(ATS)

Deine Meinung

29 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Beni

06.08.2020, 08:02

Ned Schwegereltere, aber Oncle ond Tante... Of alli fäll, semmer froh, dass es ehne guet got... Sie wohnid en Martigues!!

Dietmar

06.08.2020, 00:34

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Wenn einer KEINE Reise tut, dann kann er nur herumlabern.

Mikael

05.08.2020, 22:34

Ähm ist nicht Corona? Was machen Schweizer Touristen dort?