Red Bull & Co.: Schweizer trinken weniger Energydrinks
Aktualisiert

Red Bull & Co.Schweizer trinken weniger Energydrinks

Jahrelang legten die Verkäufe von Energydrinks in der Schweiz massiv zu. Das hat nun ein Ende. Zum Teil ist aber auch die Bürokratie schuld.

von
laf
Energydrinks sind bei den Schweizern etwas weniger beliebt als auch schon.

Energydrinks sind bei den Schweizern etwas weniger beliebt als auch schon.

Fast 30 Millionen Liter Energydrinks trinken die Schweizer inzwischen im Jahr. Die Verkäufe der Wachmacher verliefen in den vergangenen Jahren in einer steilen Erfolgskurve. Das zeigen auch die Zahlen von Branchenprimus Red Bull: Von 9 Millionen im Einführungsjahr 1995 stieg die Anzahl verkaufter Dosen auf inzwischen rund 120 Millionen. Doch das rasante Wachstum hat nun ein Ende: Händler vermelden stagnierende oder sogar rückläufige Verkäufe.

Bei der Migros habe man 2013 einen leichten Rückgang beim Verkauf der Energydrinks beobachtet, erklärt eine Sprecherin der Zeitung «Schweiz am Sonntag». Ähnlich sieht das auch bei Discount-Tochter Denner aus: «Die Energydrinks weisen 2013 eine negative Entwicklung gegenüber dem Vorjahr auf», sagt Pressesprecherin Paloma Martino. Kioskbetreiber Valora und Detailhändler Coop verzeichnen jeweils unveränderte Verkaufszahlen. Eine Sättigung des Marktes deute sich aber an, heisst es von beiden.

«Normale Entwicklung»

«Das ist wohl die normale Entwicklung des Marktes», so Coop-Sprecher Urs Meier zu 20 Minuten. Gründe dafür zu suchen grenze aber an Kaffeesatzleserei. Bei der Migros versucht man es zumindest. Das kalte Wetter in der ersten Jahreshälfte könne ein Grund gewesen sein. Die jungen Konsumenten hätten daher weniger Kaltgetränke gekauft.

Doch das Wachstum hält auf einem ohnehin hohen Niveau an. Nach wie vor zählen Energydrinks zu den meistverkauften Produkten. Am beliebtesten ist dabei Red Bull. Durchschnittlich konsumierte 2013 jeder Schweizer 15 Dosen des Getränks. Nur bei der Migros ist der Energydrink der Eigenmarke beliebter, heisst es vom Detailhändler. Bei Coop ist jeder dritte verkaufte Energydrink von der Eigenmarke.

Zuckerfrei im Kommen

Zusätzlich zur Verlangsamung beigetragen hat auch ein externer Effekt. Denn: Zuckerfreie Wachmacher werden immer beliebter. Und die dürfen seit zwei Jahren nicht mehr als Energydrinks bezeichnet werden. Bei Valora ist laut Schweiz am Sonntag das zuckerfreie, aber koffeinhaltige Substitut von Red Bull klare Nummer zwei bei den Verkäufen, vor diversen Spezialversionen.

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