Aktualisiert 05.08.2008 13:20

ForstwirtschaftSchweizer Tropenholz mit Umweltzertifikat

Brandrodung, Baumschneisen, Bestechung. Das verbindet man gemeinhin mit dem Begriff Tropenholz. Dass es auch anders geht, zeigt die «Precious Woods Holding» mit Sitz in Zug. Seit 1990 wagt sie in der Forstwirtschaft den Spagat zwischen Geschäft und Naturschutz – und erntet dafür Lob und Preise.

Precious Woods betreibt eine ganz besondere Art von Forstwirtschaft. Waldstücke werden in Parzellen eingeteilt und jeder sich darin befindliche Baum wird genau nach Typ, Grösse sowie Alter registriert. Geschlagen wird anschliessend nur, was auch wieder nachwächst. Zudem soll beim Prozess ein möglichst geringer Schaden für die Umwelt entstehen. Um dies zu gewährleisten, werden die Baumstämme beispielsweise mit Seilzügen anstatt mit Traktoren oder Baggern abtransportiert. Nach der behutsamen Ausdünnung darf sich das Terrain 25 Jahre erholen. Das gewonnene Holz kommt im Brückenbau, für Möbel oder Parkettböden zum Einsatz.

Investitionen lohnen sich

Precious Woods beschäftigt in Brasilien, Nicaragua, im Kongo sowie in Gabun zusammen rund 2000 Personen – und fährt dabei respektable Gewinne ein. Im letzten Jahr waren es gemäss Geschäftsbericht 10,77 Millionen Dollar. «Unsere Investitionen sind hoch, aber sie zahlen sich aus, weil wir effektiver sind als andere», erklärt Tim van Eldik, holländischer Forstwirt und Manager des Projekts Itacoatiara in Brasilien gegenüber der «Süddeutschen Zeitung».

Das politisch korrekte Holz von Precious Woods ist in Europa sehr beliebt, obwohl ein deutlicher Preisunterschied zum herkömmlichen Pendant besteht. Den Preis rechtfertigt die Holzfirma mit dem Gütesiegel FSC. Das Kürzel steht für «Forest Stewarship Council», das internationale Zertifikat für nachhaltige Forstwirtschaft. Daneben sorgen Umweltpreise und das Lob von Greenpeace für ein gutes Renommee.

(scc/ahi)

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