Aktualisiert 09.08.2012 23:25

Beliebte TapesSchweizer tun es Olympioniken gleich

Körpertapes sind an Olympia allgegenwärtig und voll im Trend. Jetzt hat der Bänderboom auch die Schweiz erfasst: Apotheken verkaufen in diesem Sommer bis zu 50 Prozent mehr Klebebänder als sonst.

von
Simona Marty
Ob zur Stabilisierung, zur Muskelaktivierung oder - entspannung: Klebebänder an den Olympischen Spielen in London 2012.

Ob zur Stabilisierung, zur Muskelaktivierung oder - entspannung: Klebebänder an den Olympischen Spielen in London 2012.

Von der Volleyballerin über den Läufer bis zum Ringer: Bei den Olympischen Spielen in London kleben die sogenannten Kinesio-Tapes zurzeit auf fast allen Bäuchen, Beinen und Pobacken.

Auch in der Schweiz wird seither geklebt, was das Zeug hält: «Die Tapes werden immer beliebter. Seit Anfang Juli haben wir einen Drittel mehr verkauft», bestätigt Maria Neuhäusler von der Bahnhof-Apotheke im Hauptbahnhof ­Zürich.

Richtig berühmt wurden die farbigen Bänder bereits, als Mario Balotelli beim EM-Halbfinale den Oberkörper entblösste und auf seinem Rücken drei blaue Streifen zum Vorschein kamen. Den Schweizern schien dies anscheinenden zu imponieren: Bei der Bahnhof­apotheke Luzern gingen seither gegen 50 Prozent mehr Klebe-Tapes über die Ladentheke als sonst. Auch die Dr.-Andres-Apotheke in Zürich-Stadelhofen bestätigt den Trend.

Übelkeit und Erbrechen

Selbst Physiotherapeuten werden mit Anfragen überhäuft: «Seit den Olympischen Spielen wollen doppelt so viele Kunden ein Kinesio-Tape als sonst», sagt Pia Fankhauser, ­Vizepräsidentin des Schweizer Physiotherapie-Verbandes Physio­swiss.

Obwohl es die bunten Pflaster an vielen Orten zu kaufen gibt, sollte man sie nicht leichtfertig benutzen. Fankhauser: «Die Wirkung unterscheidet sich – je nachdem, wie das Tape aufgeklebt wird. Bei der Verwendung sollte man professionelle Hilfe ­beiziehen.» Joris Pfeiffer, Geschäftsführer der Kinesio Schweiz GmbH, warnt zudem: «Bei falscher ­Anwendung kann es zu ungewollten Reaktionen wie Übelkeit oder Erbrechen kommen.»

Auch Italiens Fussballstar Balotelli schwört darauf.

So wirken die Kinesio-Tapes

Obwohl der Effekt der Tapes wissenschaftlich kaum nachgewiesen ist, schwören viele Physiotherapeuten darauf: «Kinesio-Tapes aktivieren die Hautsensoren. Durch einen Reflex werden dann Muskeln angeregt oder entspannt», sagt Joris Pfeiffer von der Kinesio Schweiz GmbH. Durch die Bänder wird die Haut angehoben, was die Durchblutung fördert und Gelenke stabilisiert oder beweglicher macht. Medikamente enthalten die Bänder aus Baumwolle und Acryl nicht.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.