WM in Kanada: Schweizer U20-Team verliert zweimal
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WM in KanadaSchweizer U20-Team verliert zweimal

Die Schweizer müssen an der U20-WM in Kanada auf Schützenhilfe hoffen, um die Viertelfinals zu erreichen. Das Team verlor die letzten beiden Gruppenspiele.

Timo Meier (l.) vom Schweizer U20-Team und Schwedens Verteidiger Robin Norell.

Timo Meier (l.) vom Schweizer U20-Team und Schwedens Verteidiger Robin Norell.

Das Schweizer Team von John Fust verlor an der U20-WM in Kanada die letzten beiden Gruppenspiele gegen Dänemark (3:4 n.P.) und Schweden (1:5).

Die Rechnung für die Schweizer war nach der Partie gegen Schweden einfach: Holte Tschechien gegen Russland in der Nacht auf Donnerstag höchstens zwei Punkte, war die SIH-Auswahl weiter und trifft sie im Viertelfinal auf Kanada oder die USA. Gewannen die Tschechen nach 60 Minuten, bestreiten die Schweizer die Abstiegsrunde, in der sie in einer Best-of-3-Serie gegen Deutschland oder Titelverteidiger Finnland um den Verbleib in der höchsten Division kämpft.

Grösster Unterschied lag in «Special Teams»

Die Partie gegen Schweden hat der jungen Schweizer Mannschaft vor Augen geführt, was ihr zu einer absoluten Topnation fehlt. Der grösste Unterschied lag in den «Special Teams». Während die Skandinavier vier Tore im Powerplay erzielten – in den ersten beiden Überzahlsituationen trafen sie nach fünf respektive elf Sekunden –, nutzten die Schweizer keine ihrer fünf Möglichkeiten. Selbst während einer 90 Sekunden dauernden Phase mit zwei Mann mehr brachten sie nichts Zählbares zu Stande.

Überhaupt gelang der Fust-Equipe seit dem 5:2-Sieg zum Auftakt gegen Tschechien (2 Tore in Überzahl) kein Powerplay-Treffer mehr und kassierte es danach acht Gegentore im Boxplay. Mit solchen Zahlen sind Erfolge auf diesem Niveau nur schwer zu erreichen. Gruppensieger Schweden zum Vergleich hat total neun Tore in Überzahl geschossen und keinen Gegentreffer in Unterzahl zugelassen. Ein weiterer Unterschied zu den besten auf dieser Stufe ist die Schussqualität.

Dabei hätte die Partie gegen Schweden für die Schweizer nicht besser beginnen können, gingen sie doch in der 4. Minute durch einen Weitschuss von Yannick Rathgeb, der in der 33. Minute vorzeitig unter die Dusche musste, in Führung. Zwar mussten sie nur 83 Sekunden später den Ausgleich hinnehmen, sie spielten aber mit den Skandinaviern im ersten Drittel auf Augenhöhe. Tim Wieser (7.) und Kevin Fiala (17.) vergaben ausgezeichnete Chancen zur erneuten Führung. Erst nach dem zweiten Powerplay-Tor der Schweden zum 2:1 (24.) war ein Unterschied zu sehen. Doch insgesamt hielten die Schweizer bei fünf gegen fünf Feldspielern gut mit. Zum Matchwinner des Siegerteams avancierte Oskar Lindblom, der drei Tore erzielte.

Zunächst sah alles nach einem Erfolgserlebnis aus

Mit einem Sieg gegen Dänemark am Vortag wären die Schweizer vorzeitig für die Viertelfinals qualifiziert gewesen. Und zunächst sah alles nach einem Erfolgserlebnis aus. Die SIH-Auswahl dominierte die Dänen im ersten Drittel deutlich. Der verdiente Lohn war eine 2:0-Führung nach zwölf Minuten. Die beiden Tore fielen innerhalb von 66 Sekunden: Zunächst reüssierte Kris Schmidli nach einem Abpraller, dann erzielte NHL-Erstrunden-Draft Kevin Fiala seinen dritten Treffer an diesem Turnier.

Der aus Schweizer Sicht unnötige Anschlusstreffer von Oliver Björkstrand (18.) gab den Dänen aber sichtlich Auftrieb. Zwar waren die Schweizer bei fünf gegen fünf Feldspielern weiterhin das bessere Team, im letzten Drittel lautete das Schussverhältnis 14:3 (total 45:22). Sie scheiterten aber immer wieder am starken dänischen Keeper Georg Sörensen. Die Chancenauswertung hatte schon gegen Russland zu wünschen übrig gelassen.

So glich Dänemark dank zweier Powerplay-Tore zweimal aus. Im Penaltyschiessen traf von den Schweizern einzig Timo Meier, der zuvor schon das 3:2 (33.) erzielte hatte. Für die Dänen, die den ersten Sieg an einer U20-WM in der höchsten Division feierten, trafen Nikolaj Ehlers (ex Biel) und Björkstrand. «Wir müssen härter und hartnäckiger spielen, müssen mehr Zweikämpfe gewinnen und in die Zone gehen, wo es weh tut», sagte Meier nach dem Spiel gegen Dänemark. (si)

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