Halbzeitbilanz: Schweizer überzeugen – folgt weiteres Gold?
Aktualisiert

HalbzeitbilanzSchweizer überzeugen – folgt weiteres Gold?

Halbzeit in Sotschi: 20 Minuten lässt die grossen Schweizer Momente noch einmal Revue passieren. Auch in der zweiten Olympia-Woche könnten die Schweizer Medaillen holen.

von
Benjamin Teicher

Die Olympischen Spiele in Vancouver 2010 waren für die Schweiz ein Highlight. Die Athleten holten sechs Gold- und drei Bronzemedaillen und sorgten für ein wahres Fest. Nach einer Woche Sotschi sieht die Bilanz fast ebenso gut aus. Siebenmal stand ein Mitglied der Schweizer Delegation bisher auf dem Podest, fünfmal gar zuoberst. Den Startpunkt setzte Langläufer Dario Cologna am zweiten Wettkampftag (9. Februar) im Skiathlon. Der Bündner liess seine Konkurrenz hinter sich und fuhr zuoberst aufs Treppchen.

Am 11. Februar ging die Schweizer Party dann richtig los. Nicht Snowboard-Superstar Shaun White, sondern Iouri Podladtchikov zeigte in der Halfpipe eine Weltklasseleistung und holte Gold. Den Schweizer Goldrausch setzte Dominique Gisin einen Tag später in der Abfahrt fort und belegte zusammen mit Tina Maze Platz eins. Dank der Bronze-Medaille von Lara Gut war die Schweizer Flagge auf dem Podest ein weiteres Mal vertreten.

Traumtag mit drei Medaillen

Der 14. Februar markiert den bisher erfolgreichsten Olympiatag für die Schweizer Athleten. Ganze drei Medaillen holten sie an diesem historischen Freitag. Dario Cologna fuhr bei den Langläufern über 15 Kilometer klassisch in einer eigenen Liga und holte Gold. Das gleiche Kunststück gelang Sandro Viletta sensationell in der Super-Kombination der Alpinen. Der Mann aus La Punt, den wohl gar niemand auf der Rechnung hatte, raste sämtlichen Skistars davon.

Den bisherigen Medaillen-Schlusspunkt setzte Selina Gasparin, die im Biathlon-Einzel Platz zwei und damit Edelmetall holen konnte. In der Halbzeit der Spiele liegt die vermeintlich kleine Schweiz im Medaillenspiegel auf dem sensationellen vierten Platz. Gastgeber Russland und Wintersportgiganten wie Kanada oder die USA haben das Nachsehen.

Die Schweizer Fans können in dieser Olympia-Woche sogar noch auf weitere Medaillen hoffen:

Bob: Im Zweier hat sich Beat Hefti in den ersten beiden Läufen mit dem zweiten Zwischenrang eine tolle Ausgangslage geschaffen. Bestätigt der 36-Jährige zusammen mit Anschieber Alex Baumann seine Leistung in den beiden letzten Läufen heute Montagnachmittag (ab 15.30 Uhr), steht einem Podestplatz wohl nichts im Wege.

Biathlon: Silber hat Selina Gasparin schon geholt, nun soll womöglich noch eine weitere Medaille dazukommen. Beim 12,5-Kilometer-Massenstart (heute um 16 Uhr) stehen die Chancen für die 29-Jährige auf einen erneuten Podestplatz gut.

Eishockey: Die Schweizer Nati überzeugte in der Gruppenphase vor allem defensiv und muss morgen Dienstag im Achtelfinal um 18 Uhr Schweizer Zeit wiederum gegen Lettland ran. In der Vorrunde gab es gegen die Letten einen 1:0-Last-Minute-Sieg. Ist das Team von Sean Simpson erfolgreich, würde im Viertelfinal Kanada warten. Ein Sieg gegen die Eishockey-Nation schlechthin wäre für die Eidgenossen eine grosse Überraschung, doch Träumen ist bekanntlich erlaubt. Danach wäre für die Nati alles möglich.

Ski alpin: Wenn morgen Dienstag 8 Uhr MEZ in Krasnaja Poljana der Riesenslalom steigt, ist natürlich mit Lara Gut zu rechnen. Dass die Tessinerin gut in Form ist, bewies sie in der Abfahrt (Bronze) und im Super-G (4. Rang). Mit einem Exploit von Wendy Holdener könnten möglicherweise auch die Schweizer Medaillenträume am Freitag (ab 13.45 Uhr MEZ) im Slalom erfüllt werden.

Langlauf: Langlauf-Gott Dario Cologna fährt bisher in einer eigenen Liga und glänzte in Sotschi schon mit zwei Goldmedaillen. Im Teamsprint mit seinem Bruder Gianluca am Mittwoch um 10.15 Uhr könnte er ebenfalls vorne mitmischen, ganz zu schweigen vom 50-Kilometer-Rennen am letzten Olympiatag um 8 Uhr, wo Cologna sicher zu den Favoriten gehört.

Ski-Cross: Mike Schmid geht am Donnerstag (ab 8.45 Uhr) als Titelverteidiger ins Rennen, doch eine erneute Goldmedaille wäre für den Mann aus Frutigen eine grosse Überraschung. Grund dafür ist eine lange Verletzungspause – vor Olympia konnte er nur zwei Weltcup-Rennen absolvieren. In bestechender Form ist hingegen Alex Fiva, der im letzten Weltcup vor Sotschi in Kreischberg (Ö) souverän auf den ersten Platz fuhr. Eine Medaille liegt sicherlich drin. Das gleiche gilt bei den Frauen, wo Fanny Smith am Freitag um 8.45 Uhr ganz vorne mitfahren will.

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