15.02.2020 20:50

Immobilien-BoomSchweizer verlassen Stadt für Landwohnung

Tiefe Mieten und Neubau: Wohnen auf dem Land wird immer attraktiver. Laut einer Studie ziehen mehr Schweizer aus der Stadt weg als umgekehrt.

von
dob
1 / 10
Viele Schweizer haben genug von der Wohnung in der Stadt.

Viele Schweizer haben genug von der Wohnung in der Stadt.

Keystone/urs Jaudas
So ziehen in der Schweiz mehr Menschen aus der Stadt weg als in die Stadt. Das zeigt die Studie «Immobilien Schweiz» der Raiffeisen.

So ziehen in der Schweiz mehr Menschen aus der Stadt weg als in die Stadt. Das zeigt die Studie «Immobilien Schweiz» der Raiffeisen.

Keystone/Gaetan Bally
Grund sind vor allem die tieferen Mietkosten auf dem Land.

Grund sind vor allem die tieferen Mietkosten auf dem Land.

Keystone/Martial Trezzini

Schweizer verlassen zunehmend die Stadt und gehen zum Wohnen in die Agglomeration oder aufs Land. Insgesamt ziehen mehr Menschen aus der Stadt weg als in die Stadt. Das zeigt die Studie «Immobilien Schweiz» der Raiffeisen.

Grund sind vor allem die tieferen Mietkosten auf dem Land. «Kein Wunder, entscheiden sich viele für den Wegzug aus der Stadt», sagt Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff. Von den 20 grössten hiesigen Städten haben nur Chur, Köniz, Schaffhausen und Winterthur positive Nettozuzüge zu verzeichnen.

Städte wachsen nur dank Zuwanderung

Während die bereits in der Schweiz wohnhafte Bevölkerung tendenziell die Städte verlässt, bleiben sie hingegen bei Expats und Zuwanderern «stark gefragt». Laut Studie wachsen die hiesigen Städte nur noch durch die Zuwanderung. Anders gesagt: Ohne ausländische Zuzügler würden die Städte schrumpfen.

Betrachtet man nur die Umzüge innerhalb der Schweiz, sind 2018 rund 7000 mehr aus Zentren weggezogen als zugezogen. Hingegen sind über 5500 Bewohner mehr in die Agglomeration gegangen als umgekehrt, bei ländlichen Gemeinden sind es 3000 Bewohner.

Teure neue Stadtwohnung

Grund für diesen Trend sind laut Raiffeisen die grossen Unterschiede zwischen Bestandes- und Angebotsmieten. Wer in den fünf grössten Schweizer Städten Zürich, Genf, Basel, Bern und Lausanne von seiner bisherigen 4-Zimmer-Wohnung mit 100 Quadratmetern in eine neue ziehen will, zahlt im Schnitt 35 Prozent mehr Miete. Auch in kleineren Zentren ist der Unterschied mit 20 Prozent noch sehr hoch.

Chefökonom Neff sagt dazu: «Der Unterschied ist dabei umso grösser, je länger man in seiner Wohnung gelebt hat. Das ist eine Folge des Mietrechts, das in vielen Teilen der Schweiz zur Entstehung einer grossen Schere zwischen Bestandes- und Angebotsmieten geführt hat.»

Auf dem Land gibt es Neubauten

Ausserhalb der Zentren stehen hingegen immer mehr günstige und teils brandneue Wohnungen für etwas mehr Pendelzeit zur Verfügung. Laut Raiffeisen ist eine gleich grosse Wohnung auf dem Land für dieselbe oder gar tiefere Miete zu haben. Ein Wegzug aus der Stadt werde daher «rasch lohnenswert». Eine Umkehr dieser Situation sei in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.

Grund für die tieferen Mieten auf dem Land ist die steigende Zahl an leeren Wohnungen. In den Städten hingegen sind diese knapp, weshalb auch die Mieten teils deutlich teurer sind. In der ganzen Schweiz standen laut Raiffeisen Mitte des letzten Jahres über 2,6 Prozent der Wohnung leer.

Kaufen statt mieten

Ebenfalls zeigt die Studie, dass die Preise für Einfamilienhäuser im letzten Jahr gestiegen sind. Bei Einfamilienhäusern betrug das Plus im letzten Quartal rund 4 Prozent. Für die eigene Wohnung legten die Preise um 1 Prozent zu. Weil die Zinsen aber nach wie vor auf Rekordtief sind, lohnt sich das Eigenheim aus finanzieller Sicht mehr als das Mieten: Im Schnitt kann man die Wohnkosten für eine 3- bis 4,5-Zimmer-Wohnung um 20 Prozent senken.

Bleiben Sie über Wirtschaftsthemen informiert

Wenn Sie die Benachrichtigungen des Wirtschaftskanals abonnieren, bleiben Sie stets top informiert über die Entwicklungen der Business-Welt. Erfahren Sie dank des Dienstes zuerst, welcher Boss mit dem Rücken zur Wand steht oder ob Ihr Job bald durch einen Roboter erledigt wird. Abonnieren Sie hier den Wirtschafts-Push (funktioniert nur in der App)!

Social Media

Sie finden uns übrigens auch auf Facebook, Instagram und Twitter!

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.