Schweizer verlieren in letzter Sekunde mit 3:4
Aktualisiert

Schweizer verlieren in letzter Sekunde mit 3:4

In der letzten Minute der Nachspielzeit gaben die Schweizer den Sieg im «Turnier der Kontinente» aus der Hand. Kisho Yano traf in der 92. Minute mit dem letzten Angriff der Japaner zum 4:3-Erfolg der Asiaten.

Nach 13 Minuten schien der Erfolg der Schweizer gegen ein bescheidenes Japan und den Treffern von Ludovic Magnin und Blaise Nkufo festzustehen. Die Japaner drehten in der zweiten Halbzeit die Partie mit vier Toren komplett. Im finalen Ansturm der Japaner wehrte Diego Benaglio, bei dem sich Hochs und Tiefs abwechselten, einen ersten Schuss von Kengo Nakamura noch ab, gegen den Nachschuss Yanos war er jedoch machtlos.

Wie schon gegen Chile starteten die Schweizer schwungvoll in die Partie und gingen rasch in Führung. Einen Freistoss aus rund 18 Metern drehte Magnin nach kurzem Doppelpass mit Gökhan Inler in die linke hohe Torecke. Und nur zwei Minuten später lenkte Marcus Tulio Tanaka im Strafraum einen Ball entscheidend mit der Hand ab. Der österreichische Schiedsrichter, der in der 9. Minute ein ähnliches Foul des gleichen Spielers noch nicht sanktioniert hatte, zeigte auf den Penaltypunkt. In Abwesenheit von Alex Frei und seinem Stellvertreter Tranquillo Barnetta, der erst in der zweiten Halbzeit zum Einsatz kam, traf Nkufo überlegt und und kühl in die linke Torecke. Es war das erste Tor des Stürmers von Twente Enschede seit dem 15. Mai 2002, als er gegen Kanada seine Torpremiere in der Nationalmannschaft hatte.

Schweizer verspielten 2:0-Führung

Während sie in der ersten Halbzeit kaum eine gefährliche Aktion hatten, traten die Japaner nach dem Seitenwechsel wesentlich engagierter auf und nutzten die (schon im ersten Umgang vorhandenen) Fehler in der Schweizer Abwehr konsequent aus. Valon Behrami ging im Strafraum gegen Daisuke Mtsui reichlich ungeschickt vor; Shinsuke Nakamura traf vom Penaltypunkt ähnlich souverän wie Nkufo. Ein Freistoss des Celtic-Professional leitete auch den längst nicht mehr unverdienten Ausgleich ein. Behrami liess seinen Gegenspieler Seiichiro Maki im Kopfballduell am Fünfmeterraum zu sehr gewähren. Und auch am Ursprung des dritten Gegentreffers stand Behrami mit seinem Foul gegen Maki. Nakamura gewann auch das zweite Duell vom Penaltypunkt gegen Benaglio souverän. Die Führung der Japaner hielt aber nur vier Minuten. Nach einem Corner von Hakan Yakin traf der eben erst eingetretene Johan Djourou mit seinem ersten Länderspieltor zum 3:3.

Österreich auch gegen Chile sieglos

Österreich enttäuschte gestern auch in Wien und unterlag Chile 0:2. Der nächste Testspiel-Gegner der Schweiz am 13. Oktober in Zürich ist in diesem Jahr weiter sieglos und schloss das «Turnier der Kontinente» auf dem letzten Platz ab.

Die eigenen Fans bedachten die Österreicher im Ernst-Happel- Stadion wie bereits bei der schwachen Leistung am Freitag gegen die Japaner mit einem gellenden Pfeifkonzert, gegen Ende des Spieles waren sogar «Hicke raus»-Sprechchöre gegen Teamchef Josef Hickersberger zu hören.

Lediglich die Anfangsphase war ansprechend, allein in den ersten fünf Minuten brachten es die Österreicher auf zwei Torschüsse und zwei Eckbälle - eine Ausbeute, die gegen Japan in 90 Minuten nicht einmal annähernd gelungen war (kein Eckball, kein Torschuss). Zunächst wehrte Chile-Goalie Peric einen Standfest-Schuss aus 16 Metern ab (4.), ein weiterer Standfest-Hammer wurde von Maldonado im Strafraum handsverdächtig abgeblockt (5.).

Die durchdachten und gefährlichen Offensivaktionen der Österreicher wurden jedoch bald immer rarer. Das 0:1 war die gerechte Strafe für Österreich und der verdiente Lohn für die Chilenen. Medel tankte sich auf der rechten Seite durch, den Querpass verwertete Droguett aus kurzer Distanz zu seinem ersten Länderspieltreffer. Österreich konnte nicht mehr zusetzen, bei der einzigen Ausgleichschance des schwachen Linz retteten Medel und Peric gemeinsam (70.). Zur Untermauerung der Überlegenheit legten die Chilenen im Finish noch ein herrliches 0:2 nach. Der eingewechselte Rubio zirkelte den Ball aus halblinker Position wunderschön in die rechte hohe Ecke.

«Turnier der Kontinente»

Schweiz - Japan 3:4 (2:0)

Wörthersee-Stadion, Klagenfurt. - 19 500 Zuschauer. - SR Messner (Ö).

Tore: 11. Magnin 1:0. 13. Nkufo (Handspenalty) 2:0. 53. Shunsuke Nakamura (Foulpenalty) 2:1. 68. Maki 2:2. 78. Shunsuke Nakamura (Foulpenalty) 2:3. 81. Djourou 3:3. 92. Yano 3:4.

Schweiz: Benaglio; Behrami, von Bergen (87. Eggimann), Senderos, Magnin; Huggel (68. Celestini), Inler (78. Djourou); Vonlanthen (71. Lichtsteiner), Margairaz (46. Yakin), Spycher (46. Barnetta); Nkufo.

Japan: Kawaguchi; Kaji, Nakazawa, Marcus Tulio Tanaka, Komano; Suzuki, Inamoto; Shunsuke Nakamura (91. Kengo Nakamura), Endo (87. Sato), Matsui (71. Yamagishi); Maki (80. Yano).

Bemerkungen: Schweiz ohne Streller (starke Erkältung), Degen (geschont), Frei, Müller, Dzemaili, Gygax, Cabanas (alle verletzt), Coltorti (im Klub engagiert), Fernandes (war im U21-Aufgebot). 65. Pfostenkopfball Barnetta.

Österreich - Chile 0:2 (0:0)

Ernst-Happel-Stadion, Wien. - 12 000 Zuschauer. - SR Granat (Pol).

Tore: 66. Droguett 0:1. 84. Rubio 0:2.

Österreich: Macho; Garics, Prödl (81. Patocka), Hiden, Fuchs (74. Gercaliu); Standfest, Aufhauser (71. Säumel), Prager (62. Mörz), Leitgeb (79. Salmutter); Kuljic, Linz (74. Hoffer).

Chile: Peric; Riffo, Ponce, Medel; Fierro (67. Iturra), Jimenez (57. Fernandez), Maldonado, Droguett (85. Estrada); Sanchez (89. Villanueva), Salas (71. Suazo), Gonzalez (78. Rubio).

Bemerkungen: Aufhauser, Hiden, Standfest und Suazo verwarnt.

LIVE-TICKER

92. Aus, Schluss, vorbei. Die Schweiz lässt sich das Spiel noch aus den Händen reissen und verliert 3:4.

92. Tor für Japan. Benaglio hält zuerst mirakulös, muss dann aber den Nachschuss von Yano reinlassen - 3:4.

90. 2 Minuten Nachspielzeit.

89. Djourou mit der nächsten Chance, ist aber ein wenig überrascht und verzieht.

87. Die letzten Minuten laufen, Eggimann kommt noch für Von Bergen ins Spiel, der eine tadellose Leistung geboten hat.

83. Lichtsteiner über rechts, dringt in den 16er ein und prüft Kawaguchi.

80. Tor für die Schweiz! Djourou trifft zum 3:3. Der Birmingham-Profi erzielt sein erstes Länderspieltor.

78. Nakamura verwandelt auch diesen Elfer sicher und kehrt das Spiel - 2:3.

76. Penalty für Japan. Behrami kann seine Hände nicht vom Gegner lassen. Wohl nicht sein Tag heute.

75. Maki wähnt sich im Offside und vergibt aus 7m kläglich, da wäre eindeutig mehr dringelegen für die Japaner.

71. Auch Lichtsteiner steht für einen Einsatz bereit, für ihn verlässt Vonlanthen das Feld.

67. Tor für Japan! Maki setzt sich gegen Behrami im Kopfballduell durch und markiert den Ausgleich - 2:2.

67. Unterdessen macht sich Celestini an der Seitenlinie warm. Er kommt für Huggel rein.

65. Pfostenkopfball von Barnetta, Flanke von Yakin kommt herrlich rein, Barnetta aber noch mit zu wenig Fortune.

63. Benaglio fischt sich das Ding von Nakamura, schön gemacht von Diego.

61. Freistoss für Japan, Senderos mäht seinen Gegenspieler nieder, knappe 20m, eine Sache für Nakamura.

59. Die Japaner spielen jetzt so, wie man das von ihnen erwartet hat, schnell und gradlinig nach vorne.

55. Riesenparade von Benaglio, der jetzt im Minutentakt gefordert wird. Die Japaner legen nach dem Anschlusstor einen gewaltigen Zacken zu, die Abwehr der Schweizer gerät ein wenig ins Wanken.

53. Nakamura lässt Benaglio keine Chance - nur noch 2:1.

52. Penalty für Japan! Matsui und Behrami im Clinch, der Schiri pfeift auf den Punkt.

49. Erster gefährlicher Angriff der Schweiz in der 2. Hälfte, Nkufo setzt sich über links durch und passt auf Yakin, dessen Schuss nur knapp übers Tor zischt.

46. Die 2. Halbzeit beginnt. Zwei Wechsel der Schweiz zur Pause. Köbi Kuhn bringt mit Barnetta und Yakin zwei Neue ins Spiel, Magnin und Margairaz unterstützen das Team nun von der Bank aus. Keine Wechsel bei den Japanern.

45. Halbzeitpause. Die Defensive der Schweizer war in der ersten Hälfte kaum gefordert, die zwei frühen Tore brachten dem Team von Köbi Kuhn auch die nötige Sicherheit im Spiel. Die 2:0 Führung für die Schweiz geht absolut in Ordnung, Japan bislang enttäuschend.

40. Captain Magnin geht immer wieder nach vorne und sorgt für offensive Impulse.

36. Gutes Kombinationsspiel der Schweizer, Margairaz, Magnin und Nkufo kombinieren sich durch, werden aber durch einen falschen Offsidepfiff vom Schiri am krönenden Abschluss gehindert.

33. Spycher setzt ein Zeichen und erobert sich nach verlorenem Zweikampf den Ball umgehend wieder zurück.

31. Matsui vergibt die bisher grösste Chance der Japaner. Zuerst lässt er Senderos aussteigen, dann schiesst er aber aus kuzer Distanz übers Tor von Benaglio.

30. Halbe Stunde vorbei, die Schweiz zeigt bis anhin eine kompakte Leistung, hinten stabil, vorne agil.

25. Nächste Ecke für die Schweiz, Inler bringt sie rein, aber mehr als ein bisschen Unruhe im Strafraum der Japaner ist nicht drin.

23. Senderos lanciert Magnin auf links, der aber nur einen Eckball rausholen kann. Der bringt dann nicht viel.

20. Das Team von Köbi Kuhn hat das Spiel fest im Griff, jetzt gilt es aber, nicht die Konzentration zu verlieren und nachlässig zu werden.

16. Was für ein Start für die Schweizer, zwei Tore innert zwei Minuten lassen die Japaner ziemlich alt aussehen.

13. Penalty für die Schweiz`! Nkufo läuft an und versenkt die Pille. 2:0 für die Schweiz.

10. Tor Schweiz! Magnin trifft per Freistoss zum 1:0. Herrlich gemacht vom Captain.

7. Heisse Szene im 16er der Japaner, der Ball springt dem Japaner an den Arm, der Schiri lässt aber weiterlaufen.

3. Huggel legt die erste Visitenkarte ab, Freistoss Japan. Benaglio fängt sich die Flanke sicher.

2. Das Spiel läuft, Kuhn setzt mit Nkufo wieder nur auf eine Sturmspitze.

- Das Spiel beginnt in Kürze, die Hymnen werden abgespielt.

«Turnier der Kontinente»

Schweiz - Japan 3:4 (2:0)

Österreich - Chile 0:2 (0:0)

Schlussstand nach je zwei Spielen:

1. Japan 4 (4:3). 2. Chile 3 (3:2). 3. Schweiz 3 (5:5). 4. Österreich 2* (0:2).

* = Österreich erhielt nach dem 0:0 gegen Japan einen Bonuspunkt für den Sieg im Penaltyschiessen.

(si)

Swiss Football League bittet zum medizinischen Test

Die Spieler der Swiss Football League (SFL) müssen künftig alljährlich zu einer medizinischen Untersuchung antreten. Tragische Todesfälle wie jene des Fussballers Antonio Puerta oder des Schwingers Peter Gasser hätten gezeigt, wie wichtig umfassende medizinische Vorsorgeuntersuchungen von Spitzenathleten seien, teilte die SFL am Montag mit. Mit dem Entscheid setzt sie entsprechende Vorgaben des europäischen Fussballverbandes UEFA um. In der laufenden Saison finden diese Tests erstmals statt, denn sie sind an die Lizenzerteilung geknüpft: Pflicht sind die Untersuchungen gemäss UEFA für alle Fussballer mit Lizenz I und II, die an der Axpo Super League und an UEFA-Wettbewerben beziehungsweise nur an der Axpo Super League teilnehmen wollen. Die SLF empfiehlt diese ärztlichen Checks jedoch allen Klubs. Nebst dieses Untersuchs müsse sich jeder Spieler mindestens ein Mal bei seinem Klub einer kardiologischen Kontrolle unterziehen.

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