Aktualisiert 06.02.2014 15:51

Snowboard Slopestyle

Schweizer verpassen direkten Finaleinzug

Obwohl die offizielle Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele erst am Freitag stattfindet, stehen einige Athleten bereits im Einsatz. Dabei sind auch die Slopestyler.

Die erste olympische Qualifikation der Snowboard-Slopestyler stand im hochklassigen Männer-Event wie erwartet im Zeichen der Kanadier und Nordländer. Lucien Koch (12.) und Jan Scherrer (10.) wichen in «Heats» im Vergleich mit der risikofreudigen Elite zu wenig vom Standard ab.

Erst am Abend vor der olympischen Slopestyle-Premiere hatten die Rider am Meeting der Team-Captains erfahren, dass die FIS gleich beim ersten Wettkampf der Winterspiele vom üblichen Weltcup-Format abweichen würde. Pro Serie erreichten die besten vier und damit ein Athlet mehr direkt den Final, bei den übrigen 21 Fahrern verzichteten die Organisatoren auf einen an sich normalen Cut.

«Wir sind eigentlich auch davon ausgegangen, dass es einen 18er-Cut gibt», erklärte Franco Giovanoli, der Chef der Schweizer Snowboard-Delegation. «Aber offenbar will das Organisationskomitee der Spiele nicht, dass die ersten Sportler schon vor der Eröffnungsfeier ausgeschieden sind.» Im offiziellen Intranet der Spiele kursierte aber auch am Tag der Qualifikation noch immer die alte Version.

Kochs Fehler, Scherrers Eingeständnis

Gegen die kurzfristige Modifikation der Regeln hat sich selbstredend kein Vertreter von Swiss Snowboard gewehrt. Lucien Koch beispielsweise, der Zweite der letztjährigen Junioren-WM, verlängerte sein Olympia-Abenteuer nur dank der grosszügigen Anpassung des Formats. Dem 18-Jährigen gelang kein Run ohne Sturz. «Zum Glück erhalte ich nochmals zwei Chancen. Dank des zusätzlichen Trainingstags wird es mir hoffentlich gelingen, mein Programm am Samstag ohne Fehler umzusetzen», kommentierte das Talent seinen mässigen Einstand auf der globalen Sportbühne. «Ich werde weiterhin jede Minute geniessen.»

Auch der zweite Schweizer verpasste den direkten Sprung in den Final deutlich. Jan Scherrer taktierte in der hochklassig bestückten zweiten Gruppe nicht optimal: «Ich riskierte zu wenig. Im Halbfinal muss ich an die Grenzen gehen, der normale Standard reicht nicht.» Er habe angesichts der im Vorfeld viel diskutierten Dimensionen der «Obstacles» nicht mit einer derart forschen Performance der Konkurrenten gerechnet, gab Scherrer zu: «Im Training hielten sich viele noch zurück.»

Auf welchem Niveau sich das Trick- und Flugspektakel im Freestyle-Park von Rosa Chutor abspielte, verdeutlicht die Prominenz jener, die sich zusammen mit den Schweizer Aussenseitern in der (Halbfinal-)Warteschlange einreihen müssen. Mark McMorris, der kanadische Goldanwärter und dreifache X-Games-Champion, hat sich trotz eines Triple-Cork-Manövers (drei Saltos) gegen das vorzeitige Out zu stemmen. Der frühere FIS-Weltmeister Seppe Smits und der US-Vertreter Chas Guldemond, 2012 die Nummer 1 im TTR-Ranking, kamen vorerst ebenso vom Idealkurs ab.

Slopestyle. Qualifikation. Männer. 1. Serie: 1. Staale Sandbech (No) 94,50. 2. Peetu Piiroinen (Fi) 90,75. 3. Sébastien Toutant (Ka) 87,25. 4. Jamie Nicholls (Gb) 86,75. Ferner: 12. Lucien Koch (Sz) 32,00. - 2. Serie: 1. Maxence Parrot (Ka) 97,50. 2. Roope Tonteri (Fi) 95,75. 3. Sven Thorgren (Sd) 94,25. 4. Gjermund Braaten (No) 91,25. Ferner: 10. Jan Scherrer (Sz) 74,50.

Frauen. 1. Serie: 1. Isabel Derungs (Sz) 87,50. 2. Tora Bright (Au) 85,25. 3. Spencer O'Brien (Ka) 82,75. 4. Enni Rukajarvi (Fi) 79,00. Ferner: 9. Sina Candrian (Sz) 58,25. - 2. Serie: 1. Anna Gasser (Ö) 95,50. 2. Jamie Anderson (USA) 93,50. 3. Elena Könz (Sz) 86,25. 4. Karly Shorr (USA) 84,75.

Bemerkung: Jeweils erste vier Fahrer pro Serie für den Final qualifiziert, die restlichen Fahrer erhalten im Halbfinal eine weiter Qualifikationschance. (sda/si)

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