Professor der Uni Bern: Schweizer verpasst Wahl zu Weltklimarat-Vorsitz

Aktualisiert

Professor der Uni BernSchweizer verpasst Wahl zu Weltklimarat-Vorsitz

In der Wahl zum Präsidenten des Uno-Weltklimarates (IPCC) ist der Schweizer Klimaforscher Thomas Stocker ausgeschieden. Das Rennen machte der Südkoreaner Hoesung Lee.

Klimaforscher Thomas Stocker, Professor für Klima- und Umweltphysik an der Universität Bern.

Klimaforscher Thomas Stocker, Professor für Klima- und Umweltphysik an der Universität Bern.

Der Schweizer Klimaforscher Thomas Stocker, Professor für Klima- und Umweltphysik an der Universität Bern, hat die Wahl zum Präsidenten des Uno-Weltklimarats (IPCC) verpasst. Im ersten Wahlgang fehlten Stocker nach Angaben aus der Universität Bern zwei Stimmen.

Schliesslich haben die 195 IPCC-Mitgliedsländer am Dienstagabend ihre Wahl um den Vorsitz des wohl prestigeträchtigsten Amts der Klimawissenschaften getroffen: Neu hält der Südkoreaner Hoesung Lee das Amt inne, wie die in Genf ansässige Organisation in einer Twitter-Nachricht meldete.

Lee setzte sich im zweiten Wahlgang mit 78 Stimmen gegen den Belgier Jean-Pascal van Ypersele (56 Stimmen) durch.

«Natürlich bin ich enttäuscht»

Der 56-jährige Stocker, den der Bundesrat im Februar als Kandidaten für den IPCC-Vorsitz vorgeschlagen hatte, schied bereits im ersten Wahlgang aus, da er nicht zu den zwei Bewerbern mit den meisten Stimmen gehörte.

«Natürlich bin ich enttäuscht über diesen Ausgang», wird Stocker in einer Mitteilung der Universität Bern vom Dienstag zitiert, «aber ich gratuliere dem neuen Vorsitzenden.»

Stocker ist seit 2008 Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe für wissenschaftliche Grundlagen des IPCC, einer der drei Arbeitsgruppen, welche die Berichte des Weltklimarates ausarbeiten. Daneben leitet Stocker seit 1993 die Abteilung für Klima- und Umweltphysik des Physikalischen Instituts der Universität Bern.

Rücktritt wegen Missbrauchsvorwürfen

Der neu gewählte Hoesung Lee folgt auf den Inder Rajendra Pachauri, der im Februar nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen zurückgetreten war. Nach Pachauris Rücktritt hatte der bisherige Vizepräsident Ismail El Gizouli die kommissarische Leitung übernommen.

Professor an der Umwelt-Uni in Seoul

Hoesung Lee, seit 2008 IPCC-Vize-Vorsitzender, ist Professor an der Hochschule für Energie und Umwelt in Seoul, wo er über die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels forscht.

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) arbeitet regelmässig Berichte über die aktuellen Kenntnisse im Zusammenhang mit dem Klimawandel und über die Möglichkeiten zu dessen Bewältigung aus. Der fünfte Bericht des IPCC erschien im November 2014.

Die Klimaexpertengruppe der Uno war 1988 ins Leben gerufen worden. Gemeinsam mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore wurde sie 2007 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. (sda)

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