Statistik: Schweizer verreisen weniger, dafür länger
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StatistikSchweizer verreisen weniger, dafür länger

Wohin verreisen die Schweizer am liebsten, für wie lange und wie viel geben sie dabei aus? Eine neue Statistik liefert Antworten zu ihrem Reiseverhalten.

von
F. Lindegger

2014 unternahm jede in der Schweiz wohnhafte Person durchschnittlich 2,9 Reisen mit Übernachtungen und 10,3 Tagesausflüge. Fast zwei Drittel der Reisen mit Übernachtungen führten ins Ausland. Tagesausflüge werden hingegen fast ausschliesslich (90 Prozent) in der Schweiz verbracht. Das geht aus neuen Zahlen des Bundesamt für Statistik (BFS) zum Reiseverhalten der Schweizer Bevölkerung hervor.

Fast alle Schweizer traten 2014 eine Reise mit mindestens einer auswärtigen Übernachtung an. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Sprachregionen: Personen aus der italienischen Schweiz gehen seltener auf Reisen (durchschnittlich 2,2 Reisen pro Person) als Deutsch- oder Westschweizer (je 2,9). Seit der ersten Erhebung durch das BFS im Jahr 1998 nahm die Anzahl Reisen jedoch ab, unabhängig von Geschlecht oder Sprachregion. Damals lag der Durchschnitt noch bei 3,5 Reisen pro Person.

Weniger Reisen, dafür länger unterwegs

Der Vergleich mit den Zahlen von 1998 zeigt zudem noch weitere interessante Entwicklungen im Reiseverhalten der Schweizer Bevölkerung. 1998 umfasste der grösste Teil der Reisen mit Übernachtungen eine bis drei Übernachtungen. Reisen mit mehr als drei Übernachtungen waren seltener.

Inzwischen scheint sich das Reiseverhalten geändert zu haben. Die Mehrheit der Reisen umfasst seit 2009 mehr als drei Übernachtungen. Wir verreisen also eher weniger als noch 1998, dafür dauern die Reisen länger. In dieses Bild passt auch, dass die Wahl des Verkehrsmittel heute deutlich öfter auf das Flugzeug fällt. Im Gegenzug bleibt das Auto eher zu Hause.

Reisen ins Ausland werden beliebter

Das beliebteste Ziel für die Reisenden ist die Schweiz. 37 Prozent der Reisen mit Übernachtungen führten in eine Destination innerhalb der Schweiz. Deutschland und Italien standen 2014 ebenfalls hoch im Kurs (je zwölf Prozent). Frankreich landete mit neun Prozent der Reisen auf dem vierten Platz. Im Vergleich zur ersten Erhebung von 1998 hat die Schweiz aber deutlich an Beliebtheit verloren. Damals wurden noch rund die Hälfte aller Reisen mit Übernachtungen innerhalb der Schweiz verbracht. 2014 waren es noch rund ein Drittel. Dafür verreisten Herr und Frau Schweizer öfter ins Ausland.

Bei Privatreisen mit Übernachtungen wurden pro Person und Tag durchschnittlich 148 Franken ausgegeben. Auslandreisen waren dabei etwas teurer (166 Franken pro Tag und Person) als Reisen im Inland (117 Franken). Diese durchschnittlichen Tagesausgaben umfassen laut BFS die Auslagen für Transport, Unterkunft und Verpflegung sowie die übrigen Kosten, die bei einer Reise anfallen. Mit Abstand am teuersten waren mit 220 Franken pro Person und Tag Reisen mit Hotelübernachtungen. Wer bei Verwandten oder Bekannten übernachtete, gab durchschnittlich 76 Franken pro Person aus.

Wenig überraschend gibt es auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Alterskategorien. Die 25- bis 44-Jährigen verreisen am häufigsten (3,2 Reisen pro Person). Jene, die älter sind als 65, im Durchschnitt mit 2,2 Reisen pro Person am seltensten.

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