Prozess in Berlin: Schweizer vertrieb Crystal Meth per DHL
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Prozess in BerlinSchweizer vertrieb Crystal Meth per DHL

Der Schweizer Kurt B. (55) und sein Lebenspartner (48) betrieben aus Deutschland Handel mit Crystal Meth im grossen Stil. Das Geld landete in der Schweiz.

von
num
Das Landeskriminalamt Berlin präsentierte im Juli die beschlagnahmten Drogen.

Das Landeskriminalamt Berlin präsentierte im Juli die beschlagnahmten Drogen.

4,5 Kilogramm Crystal Meth beschlagnahmte die Berliner Polizei bei Kurt B. (55) und seinem Freund (48) in ihrer Wohnung – der grösste je in Berlin sichergestellte Fund. Er hatte einen Strassenwert von rund 680'000 Euro (730'000 Franken).

Die Polizei hatte nach einem anonymen Tipp drei Monate ermittelt. Als die beiden Männer eine neue Lieferung erhielten, schlug sie im Juli zu und verhaftete die beiden Dealer. Seither sitzen sie in Untersuchungshaft.

Ein Polizeisprecher sagte, dass das beschlagnahmte Crystal Meth einen äusserst hohen Reinheitsgrad aufweise. Die Herkunft der Droge ist aber noch ungeklärt.

Studierter Innenarchitekt

Kurt B., laut der «BZ Berlin» ein studierter Innenarchitekt, besitzt neben dem Schweizer auch noch den deutschen und den italienischen Pass. Sein Lebenspartner ist ein deutsch-tschechischer Doppelbürger. Gemeinsam betrieben sie den Handel mit der gefährlichen Droge aus Berlin-Schöneberg europaweit.

Ihr Sortiment umfasste neben Crystal Meth auch Potenzpillen, Dopingmittel und Stimulanzien aller Art, berichtet die «BZ Berlin». Erhebliche Geldsummen wurden dabei umgesetzt. Laut Anklageschrift hatten sie sogar professionelle «Geschäftszeiten», täglich von 10 bis 22 Uhr. Ihre Kunden belieferten sie per DHL – das Geld wanderte auf ein Geschäftskonto in der Schweiz.

Nun stehen sie in Deutschland vor Gericht. Beide sind bislang noch nicht vorbestraft. Vor Gericht schwiegen sie gestern aber eisern. Angesetzt sind neun Verhandlungstage. Das Urteil wird am 17. Dezember gefällt. Sie müssen mit langen Haftstrafen rechnen.

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