Aktualisiert 03.08.2017 19:34

Einfuhr streng verbotenSchweizer wegen E-Zigi in Thailand verhaftet

Ein Schweizer ist in Thailand festgenommen worden, weil er eine E-Zigarette geraucht hat. Ihm drohen bis zu 10 Jahre Haft.

von
jen
In Thailand nicht erwünscht: E-Zigaretten.

In Thailand nicht erwünscht: E-Zigaretten.

Keystone/Christian Beutler

«Wir sind tief betroffen und persönlich in den Vorfall involviert», schreibt die Firma StattQualm, die E-Zigaretten produziert, auf ihrer Facebook-Seite. Laut ihr wurde am 26. Juli ein Schweizer in Thailand verhaftet, weil er in der Öffentlichkeit eine E-Zigarette geraucht hatte. Ihm werde die Einfuhr von E-Zigaretten vorgeworfen. Das ist in Thailand seit 2014 verboten.

Im Facebook-Post heisst es weiter: «Er wurde verhaftet, abgeführt und sass sechs Tagen im Knast – komplett abgeschnitten von der Umwelt und unter erniedringenden und menschenunwürdigenden Bedingungen.»

Gefängnis am Dienstag verlassen

Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt Chris Lusser, CEO von StattQualm, den Vorfall. Er wolle aber ohne die Zustimmung des Betroffenen und aus Angst, das laufende Verfahren zu gefährden, keine weitere Auskunft geben.

Im Facebook-Post heisst es, die Polizei und die Schweizer Botschaft in Thailand seien über den Fall informiert. Das Aussendepartement (EDA) bestätigt auf Anfrage von 20 Minuten die Verhaftung eines Schweizers in Thailand. «Die Schweizer Botschaft in Thailand ist in Kontakt mit den zuständigen lokalen Behörden und unterstützt diesen Schweizer im Rahmen des konsularischen Schutzes.»

«Lasst die Dampfe daheim!»

«Natürlich unternahmen Botschaft, Verwandte, Freunde, und auch wir alles Mögliche, um ihn so schnell wie möglich aus dem Gefängnis herausholen zu können, aber das gestaltete sich unglaublich schwierig», schreibt StattQualm weiter. Mittlerweile sei aber die Kaution bezahlt worden und der Schweizer habe das Gefängnis am Dienstag verlassen können. Er warte nun auf die Gerichtsverhandlung. Falls er verurteilt werde, drohten ihm bis zu fünf Jahren Haft. Laut Gesetz sind es beim E-Zigi-Import aber sogar bis zu 10 Jahre.

«Wir hoffen nun darauf, dass unser Freund die Ereignisse unbeschadet übersteht, baldmöglichst aus Thailand abreisen kann und nach Hause gehen darf», schreibt die E-Zigaretten-Firma. Am Schluss des Facebook-Posts ermahnt StattQualm ihre Community: «Falls jemand von euch den Urlaub in Thailand plant, lasst die Dampfe daheim!»

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