04.06.2015 12:58

Atommüll

Schweizer will Endlager an der Ostsee bauen

Aufruhr im 5000-Seelen-Ort: Im sehr kleinen Kröpelin an der Ostsee soll ein Atomendlager gebaut werden.

von
Isabell Prophet
Endlager Kröpelin: Eine kleine Stadt bei Rostock sorgt sich um Atommüll.

Endlager Kröpelin: Eine kleine Stadt bei Rostock sorgt sich um Atommüll.

Am liebsten an der Küste: Das gilt für den Sommerurlaub, das gilt aber offenbar auch für die Lagerung von Atommüll. «Riesige Steinsalz-Schichten tief in der Erde» will der Schweizer Ingenieur Volker Goebel nutzen, um Atommüll zu versenken.

Kröpelin ist eine Stadt bei Rostock, ganz im Norden. Man läuft etwa zwei Stunden lang bis zum Ostseestrand; in der Mitte der Stadt steht eine sehr hübsche Windmühle: die Galerieholländerwindmühle. Nun soll noch ein Endlager im Steinsalz unter der Erde hinzukommen.

Das Lager wäre riesig

Bis 18.000 Tonnen sollen bei Kröpelin unter die Erde kommen, schreibt die «Ostsee-Zeitung». Zum Vergleich: In Gorleben passen etwa 4000 Tonnen rein.

Zwischen 2,5 und 3,2 Kilometer Tief soll der Müll lagern. Darüber, so erzählt es Kröpelins Stadtpräsident Veikko Hackendahl gegenüber 20 Minuten, sind derzeit Wald, ein paar Felder und Weiden, hier und da auch Wohnhäuser.

In Kröpelin hofft man auf einen Scherz.

«Diese Pläne sind uns völlig neu», sagt Hackendahl. «Wir sind eine Tourismusregion, davon leben wir.» Die Pläne soll Architekt Goebel zwar der Bundesregierung vorgestellt haben, nicht aber in Kröpelin selbst.

Und die Landesregierung erteilt den Plänen pauschal eine Absage: «Wir wollen kein Endlager in Mecklenburg-Vorpommern. Wir haben nicht vor, Standorte in unserem Land ins Gespräch zu bringen. Und es gibt auch keine Unterstützung der Landesregierung für diese Idee», sagte ein Sprecher von Ministerpräsident Erwin Sellering gegen über der «Ostsee-Zeitung».

Verscharren in Frankreich? Mit einer Rakete in die Sonne? Oder doch nach Kröpelin? Was soll Ihrer Meinung nach mit dem Atommüll geschehen? Schreiben Sie uns in den Kommentaren.

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