Aktualisiert 17.03.2020 15:05

Wegen Coronavirus

Schweizer Wirtschaft rutscht wohl in Rezession

Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich geht davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft wegen des Coronavirus in eine Rezession schlittert.

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Laut der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich rutscht die Schweizer Wirtschaft in eine Rezession.

Laut der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich rutscht die Schweizer Wirtschaft in eine Rezession.

Keystone/Gaetan Bally
Grund dafür dürfte der Coronavirus sein.

Grund dafür dürfte der Coronavirus sein.

Keystone/Ennio Leanza
Die KOF hofft aber, dass es im zweiten Halbjahr zu gewissen Nachholeffekten kommt und das Bruttoinlandprodukt dann wieder wachsen wird.

Die KOF hofft aber, dass es im zweiten Halbjahr zu gewissen Nachholeffekten kommt und das Bruttoinlandprodukt dann wieder wachsen wird.

Keystone/Steffen Schmidt

Die Schweizer Wirtschaft dürfte wegen des Coronavirus im ersten Halbjahr 2020 in eine Rezession schlittern. Davon gehen die Ökonomen der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) aus. Sie hoffen auf Nachholeffekte im zweiten Halbjahr.

In den ersten beiden Quartalen 2020 sei mit starken Rückgängen beim privaten Konsum zu rechnen, teilte die KOF am Dienstag mit. Zudem würden die Unternehmen weniger investieren, und die Schul- und Grenzschliessungen beeinträchtigen die Produktion.

Es sei daher in diesem Zeitraum mit einer rückläufigen Wertschöpfung zu rechnen, also mit einer Rezession. Davon betroffen seien praktisch alle Branchen.

Deutlicher Einbruch

Die KOF hofft aber, dass es im zweiten Halbjahr zu gewissen Nachholeffekten kommt und das Bruttoinlandprodukt dann wieder wachsen wird. Alles in allem liege für das Gesamtjahr 2020 aber nur ein sehr geringes Wachstum von 0,3 Prozent drin, so die Experten. Zum Vergleich: Im letzten Jahr wuchs die Schweizer Wirtschaft um 0,9 Prozent, im Jahr davor mit 2,8 Prozent.

Davor hatten schon mehrere andere Institute ihre Prognosen für das laufende Jahr gesenkt. Die Ökonomen von Raiffeisen etwa gehen für das Gesamtjahr sogar von einem rückläufigen BIP aus.

«Sehr grosse Unsicherheit»

Die Prognose der KOF ist allerdings mit «sehr grosser Unsicherheit» behaftet, wie sie in der Mitteilung einräumt. Neben dem Basiszenario, das sie derzeit für am wahrscheinlichsten hält, seien auch ein milderes Szenario und ein Negativszenario denkbar.

Im milden Szenario beschränkten sich die Behinderungen der Wirtschaft vor allem auf das zweite Quartal, und im dritten Quartal werde der Grossteil der ausgefallenen Produktion bereits nachgeholt. In diesem Fall könnte das BIP im Gesamtjahr um 1,2 Prozent wachsen, so die KOF.

Im Negativszenario hingegen verlängert sich die Rezession, und das Wachstum wäre auch im zweiten Halbjahr negativ. Dann würde die Wirtschaft um satte 2,3 Prozent schrumpfen, so die Prognose.

Vergleichsweise geringe Unterschiede gibt es bei der Prognose für das Jahr 2021. Dann erwartet die KOF im Basisszenario ein Wachstum von 1,4 Prozent, in den beiden anderen Szenarien von 0,9 und 1,3 Prozent. (sda)

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