Umfrage: Schweizer wollen Bankgeheimnis behalten
Aktualisiert

UmfrageSchweizer wollen Bankgeheimnis behalten

Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung will am Bankgeheimnis festhalten und stellt sich gegen den automatischen Austausch von Informationen mit ausländischen Steuerbehörden.

Das Bekenntnis der Schweizer zur finanziellen Privatsphäre ist trotz oder gerade wegen der anhaltenden Diskussionen um das Bankkundengeheimnis sehr stark, ergab eine Umfrage im Auftrag der Bankiervereinigung. Von den 1004 Befragten sind 89 Prozent der Meinung, dass die finanziellen Daten von Bankkunden gegenüber Dritten geschützt werden müssen.

Die Zustimmung zum Bankkundengeheimnis sank zwar im Vergleich zum Vorjahr von 78 auf 73 Prozent, ist aber immer noch fest verankert. Gut 70 Prozent sprechen sich dafür aus, dass dem europäischen Druck auf das Bankkundengeheimnis nicht weiter nachgegeben werden soll und lehnen den automatischen Austausch von Informationen mit ausländischen Steuerbehörden ab.

Unzufrieden mit Politikern

Gesunken ist laut der Bankiervereinigung die Zufriedenheit mit den politischen Akteuren zur Verteidigung des Bankgeheimnisses. Die Bemühungen wurden bedeutend schlechter benotet. So finden 40 Prozent der Befragten, dass sie sich nicht genügend einsetzen.

Auf die Frage, wie die Schweizer Banken und der Finanzplatz im Vergleich mit der Konkurrenz aus Grossbritannien, Singapur, Luxemburg oder den USA abschneiden, sehen 56 Prozent der Befragten die einheimischen Institute im Vorteil. (dapd)

Bankgeheimnis-Serie

20 Minuten Online hat in einer Serie Auszüge aus dem neuen Buch «Banken ohne Geheimnisse» (2010) des Wirtschaftsjournalisten Philipp Löpfe veröffentlicht. Lesen Sie hier:

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