Finanzkrise: Schweizer wollen Bargeld unter dem Baum sehen
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FinanzkriseSchweizer wollen Bargeld unter dem Baum sehen

Die Schweizer lassen sich die Festlaune von der Finanzkrise nicht vermiesen. Gemäss einer Deloitte-Studie will die Mehrheit trotz der Wirtschaftsflaute nicht bei den Weihnachtsgeschenken sparen.

Gemäss der am Montag veröffentlichten Studie hat die aktuelle Krise für 73 Prozent der Befragten keinen wesentlichen Einfluss auf ihr generelles Ausgabeverhalten. Das Beratungsunternehmen Deloitte befragte für die Studie im Oktober 940 Personen in der Schweiz.

Die Schweizer sehen sich damit in einer komfortableren Lage als die Konsumenten anderer Länder: Europaweit gaben im Durchschnitt lediglich 62 Prozent der Befragten an, dass die Finanzkrise keinen Einfluss auf ihr Konsumverhalten habe.

Die Studie zeigt aber auch, dass die hohen Lebensmittelpreise das Ausgabeverhalten über die Festtage beeinflussen dürften. Vor allem die tiefen Einkommensklassen sehen sich daher gezwungen, ihre Ausgaben einzuschränken.

Traditionelle Geschenke

Auch in diesem Jahr wünschen und schenken sich die Schweizer vorwiegend traditionelle Geschenke zu Weihnachten: Bücher, CDs und - je länger je lieber - Geschenkgutscheine. Bei Jugendlichen und Kindern stehen Spielkonsolen und dazugehörige Spiele hoch im Kurs.

Oben auf dem Wunschzettel steht auch Bargeld: 39 Prozent der Befragten würden sich über ein Geldbündel unter dem Christbaum freuen, doch nur 17 Prozent wollen ihrerseits Geldgeschenke machen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Geschenken der höheren Preisklassen: Über Schmuck, Uhren und Reisen freut man sich zwar sehr, doch nur die wenigsten der Befragten planen solche Geschenke zu machen.

Aus den Warenhäusern

Ihre Weihnachtseinkäufe tätigen die Schweizer am häufigsten in Warenhäusern oder bei Grossverteilern. Auch Fachgeschäfte für Spielwaren oder Bücher und CDs können auf das Weihnachtsgeschäft hoffen. Internet- oder Katalogbestellungen dagegen spielen eine untergeordnete Rolle.

Für 27 Prozent der Befragten ist ausschliesslich der Preis eines Produkts relevant. Damit liegen die Schweizer deutlich unter dem europäischen Schnitt von 37 Prozent.

62 Prozent sind bereit, mehr für ein Produkt zu bezahlen, das unter sozialen, ethischen und ökologisch unbedenklichen Bedingungen hergestellt wurde - vor Jahresfrist lag der Anteil allerdings noch bei 69 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Schweizer Konsumenten gab an, dass sich Rückrufe von Produkten negativ auf ihr Konsumverhalten auswirkten. Insofern dürften Spielwaren aus China, die immer wieder für negative Schlagzeilen sorgen, eher in den Regalen liegenbleiben. (sda)

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