Kampf gegen Milben: Schweizer wollen Bienen vor dem Aussterben retten
Aktualisiert

Kampf gegen MilbenSchweizer wollen Bienen vor dem Aussterben retten

Ein Start-up aus Winterthur will eine Lösung fürs Bienensterben gefunden haben. Nun sucht die Firma Unterstützung bei der Bevölkerung.

von
R. Knecht
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Pascal (l.) und sein Vater Willi Brunner wollen die Bienen retten.

Pascal (l.) und sein Vater Willi Brunner wollen die Bienen retten.

Wemakeit
«Die Biene ist der Grundstein für den Kreislauf des Lebens», schreiben die Gründer des Start-ups Vatorex auf Wemakeit.com.

«Die Biene ist der Grundstein für den Kreislauf des Lebens», schreiben die Gründer des Start-ups Vatorex auf Wemakeit.com.

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Doch die Biene sei vor allem wegen der Varroamilbe vom Aussterben bedroht.

Doch die Biene sei vor allem wegen der Varroamilbe vom Aussterben bedroht.

Wemakeit

«Save the Bees» heisst die Kampagne, die Pascal Brunner mit seinem Vater Willi auf Wemakeit.com gestartet hat. Die beiden Winterthurer haben das Start-up Vatorex gegründet und sammeln nun auf der Crowdfunding-Plattform Geld, um ihre Technologie zur Bekämpfung von Bienen-Parasiten zu verbessern. Das Ziel: Die Technologie soll für Imker attraktiver werden. Als Anreiz für Spenden bietet Vatorex etwa Honig, T-Shirts oder ein Grillfest.

Willi Brunner ist selbst Imker und der Erfinder eines Systems, das Bienen vor der Varroamilbe schützen soll. Dieser Parasit sei der Hauptgrund, warum Bienen vom Aussterben bedroht seien, schreibt das Start-up in einer Mitteilung. Die Milbe befällt die Brut der Bienen, saugt Larven aus und überträgt schädliche Viren auf die Tiere – ganze Kolonien würden deswegen innert weniger Jahre aussterben.

Milben werden totgeheizt

Das System von Vatorex basiert auf Wärmebehandlung: Ein in die Bienenwaben eingebauter Heizdraht erhöht die Temperatur des Bienenstocks auf 41 Grad. Bei dieser Temperatur sterben die Varroamilben, ohne dass die Bienen Schaden nehmen, wie es auf Wemakeit.com heisst.

Zwar gibt es gegen die Milbe bereits eine andere Bekämpfungsmethode, doch habe diese zwei grosse Nachteile, wie Vatorex schreibt. Die Bienenvölker wurden bisher mit Säuren behandelt, die laut den Brunners einerseits auch den Bienen schaden können und im schlimmsten Fall sogar zum Verenden der Bienen führen könne. Andererseits könne die Methode bei falscher Anwendung den Honig mit Rückständen der Chemikalien verunreinigen.

1000 Kunden gesucht

Das Start-up Vatorex gibt es seit drei Jahren. In dieser Zeit konnte das Unternehmen in der Schweiz rund 60 Kunden gewinnen. Diesen Kreis möchte Pascal Brunner jetzt ausweiten. «In der Schweiz sind 600 bis 1000 Kunden realistisch», sagt der ETH-Abgänger zu 20 Minuten.

Seit der Lancierung am Samstag sind mit der Kampagne bereits über 9000 Franken zusammengekommen. Das ist rund ein Fünftel des Zielbetrags – anvisiert werden total 50'000 Franken. «Dass wir schon so viel Geld sammeln konnten, zeigt, dass die Schweizer Bevölkerung sich der wichtigen Rolle der Bienen bewusst ist und sich dafür einsetzt, dass man in der Natur nicht mit Chemikalien und Giften hantieren muss», so Pascal Brunner. Sein Vater und er haben noch 46 Tage Zeit, bis die Kampagne zu Ende ist.

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