Kundenbarometer: Schweizer wollen schnellere Energiewende

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Kundenbarometer 2022Schweizer wollen eine schnellere Energiewende

Das Kundenbarometer Erneuerbare Energien 2022 zeigt: Die Energiekrise fördert den Wunsch nach Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen. E-Autos sind ebenfalls begehrt, viele warten aber mit Investitionen zu.

von
Jan Graber
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Die Akzeptanz für den Ausbau von Wind- und Wasserkraft ist in der Schweiz gewachsen.

Die Akzeptanz für den Ausbau von Wind- und Wasserkraft ist in der Schweiz gewachsen.

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Darum gehts

  • Laut Kundenbarometer erneuerbare Energie 2022 wünscht sich die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung eine Beschleunigung der Energiewende.

  • Schweizerinnen und Schweizer wollen vor allem in die Solarenergie und Wärmepumpen investieren. E-Autos lösen zunehmend die Plug-in-Hybrid-Wagen ab.

  • Die Windkraft gewinnt an Akzeptanz.

  • Viele fürchten jedoch hohe persönliche Investitionskosten.

  • Eine Minderheit empfindet Wut oder Angst gegenüber der Elektromobilität. 

Kann die Zunahme von E-Autos Angst und Wut bereiten? Sie kann, wie die Ergebnisse des zwölften Kundenbarometers Erneuerbare Energien der Universität St. Gallen zeigen. Laut der Umfrage, die seit 2011 jährlich in der Schweizer Bevölkerung durchgeführt wird, empfinden elf Prozent Angst gegenüber der Elektromobilität. Zwölf Prozent der Befragten begegnen ihr mit Wut.

Als Begründung für die Angst werden die Sorge über die steigenden Stromkosten und Unsicherheiten bei der Stromversorgung genannt. Diejenigen, die sich wütend äusserten, sprachen eine generelle Unzufriedenheit mit Elektrofahrzeugen und weiteren Aspekten der Energiewende aus.

Beschleunigte Energiewende erwünscht

Sie sind indessen in der Minderheit. Laut des Kundenbarometers wächst der Zuspruch für den Energiewandel in der Schweizer Bevölkerung. 63 Prozent der Befragten wünschen sich eine Beschleunigung der Energiewende. Als wichtigster Grund für Investitionen in Solaranlagen, Wärmepumpen und Elektroautos wurde der Klimaschutz genannt. Allerdings hat auch der Ukrainekrieg ein wachsendes Bedürfnis nach Unabhängigkeit von Energieimporten geweckt.

Die höchste Gunst geniesst dabei die Sonnenenergie: 49 Prozent würden zuerst eine Solaranlage installieren, 45 Prozent sprachen sich für eine Wärmepumpe aus. Elektroautos und Batteriespeicher folgen auf Rang drei und vier.

Besonders die Early Electrifiers sind laut Umfrage auf dem Vormarsch. Als Early Electrifiers gelten Hausbesitzende, die an einer Kombination verschiedener Energietechnologien interessiert sind. Ein Grossteil dieser Gruppe empfindet eine hohe Kundenzufriedenheit und würde die Technologien ihren Freunden und Kolleginnen empfehlen.

Windkraftwerke gewinnen an Akzeptanz

An Attraktivität verlieren hingegen Plug-in-Hybrid-Autos, während reine Elektroautos in der Gunst steigen. 74 Prozent der E-Auto-Besitzenden verfügen zudem über eine Ladestation zuhause. Der Kauf eines Elektroautos wird indessen oft aufgeschoben, um zuerst in die Photovoltaik investieren zu können.

Gewachsen ist zudem die Akzeptanz von Windanlagen: 80 Prozent der Befragten gaben an, dass sie einem potenziellen Windkraftwerk in der Nähe ihres Wohnorts zustimmen würden. Der Zuspruch ist so hoch, wie nie zuvor.

Hohe Kosten als Hindernis

Mehr als 75 Prozent befürworten zudem schnellere Planungsverfahren für Wasser- und Windkraftwerke, mehr finanzielle Unterstützung für erneuerbare Energien und Anreize für Energieeffizienz in Gebäuden. Eine Mehrheit der Befragten (63 Prozent) findet, dass die Energiewende in der Schweiz zu langsam voranschreitet. Für 19 Prozent wird bei der Wende hingegen ein zu hohes Tempo vorgelegt.

Trotz des Wunsches, den Energiewandel aktiv mitzugestalten, zögern viele mit Investitionen. Vor allem die Anschaffungskosten von Wärmepumpen und Elektroautos werden als zu hoch empfunden. Viele wünschten sich zudem Bündelungen: Energietechnologien wie Photovoltaik, Wärmepumpen, Elektroautos sollten alle von einer Hand angeboten werden.

Kundenbarometer Erneuerbare Energien

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