Neues Fortschrittsbarometer: Schweizer wollen Verkehr unter die Erde verlegen
Aktualisiert

Neues FortschrittsbarometerSchweizer wollen Verkehr unter die Erde verlegen

Die Schweizer wollen laut einer Studie etwa beim Verkehr oder bei der Digitalisierung mehr Fortschritt. Wenn es um ausländische Fachkräfte geht, sieht es anders aus.

von
Dominic Benz
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Die Credit Suisse lanciert ihr erstes Fortschrittsbarometer. Es misst die Fortschrittswilligkeit und -fähigkeit der Schweiz in den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

Die Credit Suisse lanciert ihr erstes Fortschrittsbarometer. Es misst die Fortschrittswilligkeit und -fähigkeit der Schweiz in den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

Keystone/Patrick B. Kraemer
Für das Barometer befragte die Grossbank 2800 Schweizer Stimmbürger und 300 Meinungsführer, also Unternehmer, Manager und Politiker. 20 Minuten zählt auf, wo die Bevölkerung mehr Fortschritt will und wo sie den Rückwärtsgang einlegen möchte:

Für das Barometer befragte die Grossbank 2800 Schweizer Stimmbürger und 300 Meinungsführer, also Unternehmer, Manager und Politiker. 20 Minuten zählt auf, wo die Bevölkerung mehr Fortschritt will und wo sie den Rückwärtsgang einlegen möchte:

Keystone/Manuel Lopez
UntergrundverkehrSowohl die Bevölkerung als auch die Meinungsmacher wollen den Verkehr künftig mehr in den Untergrund verlegen. Das Güterverkehr-Projekt Cargo Sous Terrain möchten daher beide Gruppen forcieren.

UntergrundverkehrSowohl die Bevölkerung als auch die Meinungsmacher wollen den Verkehr künftig mehr in den Untergrund verlegen. Das Güterverkehr-Projekt Cargo Sous Terrain möchten daher beide Gruppen forcieren.

Wo wollen die Schweizer mehr Fortschritt haben? Und wo soll es eher weniger vorwärtsgehen? Das erste Fortschrittsbarometer der Credit Suisse versucht, diese Fragen zu beantworten. Es misst die Fortschrittswilligkeit und -fähigkeit der Schweiz in den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

Für das Barometer befragte die Grossbank 2800 Schweizer Stimmbürger und 300 Meinungsführer, also Unternehmer, Manager und Politiker. Auf einer Skala zwischen minus 100 und plus 100 gaben sie alle an, wo die Schweiz eher vorwärtsmachen soll – oder eher nicht. Die wichtigsten Erkenntnisse:

• Untergrundverkehr

Sowohl die Bevölkerung als auch die Meinungsführer wollen den Verkehr künftig mehr in den Untergrund verlegen. Mögliche Pläne für eine Metro oder das Güterverkehr-Projekt Cargo Sous Terrain sollen daher forciert werden. Die Idee dahinter: weniger Stau und mehr unverbaute Landschaft.

• Steuergelder für Forschung

Für die Befragten ist der Standort Schweiz wichtig. Besonders die Meinungsführer sind an wirtschaftspolitischem Fortschritt interessiert. Sie wünschen sich, dass der Staat mehr Steuergelder in die Forschung steckt. Zudem sollen die Lohnabzüge für die Altersvorsorge erhöht, die Unternehmenssteuern niedriger und der Warenhandel freier und globaler werden.

• Digitalisierung

Grundsätzlich wollen die Befragten die Digitalisierung beschleunigen, da diese die Gesellschaft effizienter mache. Weil Computer und Roboter aber klassische Berufe ersetzen, zeigen sich die Stimmbürger hier klar zurückhaltender als die Meinungsführer.

• Work-Life-Balance

Die grosse Befriedigung erwarten die Schweizer nicht mehr im Job. Stattdessen wollen sie in der Freizeit vermehrt den Sinn des Lebens finden. Daher wünschen sie sich verstärkt Lösungen, die eine ausgeglichene Work-Life-Balance ermöglichen.

• Gleichberechtigung

Mehr Fortschritt wünschen sich die Befragten bei Lösungen zur Gleichberechtigung zwischen und innerhalb der Geschlechter. Dazu gehört, dass die öffentlichen und privaten Angebote zur Kinderbetreuung ausgebaut werden sollen. Auch die homosexuellen Paare wollen die Befragten zunehmend rechtlich gleichgestellt sehen.

Hier wollen die Schweizer weniger Fortschritt

Nicht überall wollen die Schweizer, dass es rasch vorwärtsgeht. In gewissen Bereichen soll sich der Fortschritt verlangsamen. Insgesamt will das Stimmvolk bei 13 Themen den Fortschritt gar rückgängig machen. Bei den Meinungsmachern sind es 6.

• Ausländisches Fachpersonal

Weniger begeistert ist das Stimmvolk von den Bemühungen der Wirtschaft, Fachkräfte aus dem Ausland zu holen. Die Bürger wollen diese Entwicklung künftig abbremsen. Die Meinungsführer hingegen wollen die Zuwanderung von ausländischem Fachpersonal beschleunigen.

• Verlagerung von Jobs

Unternehmen verlagern oft Jobs ins billigere Ausland. Das finden die Befragten gar nicht gut. Sie möchten daher, dass sich diese Entwicklung künftig abbremst. Auch Meinungsführer wollen hier weniger Fortschritt, allerdings weniger ausgeprägt als die Bürger.

• Regulierungsanstieg

Der Regulierungswahn macht offenbar sowohl der Bevölkerung als auch den Managern, Politikern und Unternehmern Sorgen. Entsprechend wünschen sie sich eine Entschleunigung bei der immer genaueren Regulierung des Alltags.

Laut Credit Suisse ist es für die Zukunft entscheidend, dass zwischen der Bevölkerung und den Meinungsmachern mehr Einigkeit herrscht. Unter dem Strich zeigen sich die Meinungsführer in den drei Bereichen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft fortschrittswilliger als die Stimmbürger, wie die Bank schreibt.

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