Aktualisiert 11.03.2018 11:45

Eindruck täuscht

Schweizer zahlen immer weniger Steuern

Die Einkommenssteuer ist fast überall gesunken. Allerdings öffnet sich die Schere zwischen günstigen und teuren Kantonen.

von
oli
Die Steuererklärung muss künftig nicht mehr unterschrieben werden. Damit kann sie rein elektronisch getätigt werden. (Archivbild)

Die Steuererklärung muss künftig nicht mehr unterschrieben werden. Damit kann sie rein elektronisch getätigt werden. (Archivbild)

Keystone/Gaetan Bally

Der Eindruck, dass die Einkommenssteuern steigen, täuscht. Seit 2005 haben die Tarife deutlich abgenommen, wie eine bislang unveröffentlichte Auswertung der Eidgenössischen Steuerverwaltung zeigt.

Verheiratete ohne Kinder mit einem Bruttoeinkommen von 100'000 Franken zahlen im Durchschnitt 12 Prozent weniger, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Bei tiefen Einkommen sei der Rückgang noch grösser. So beträgt er bei 50'000 Franken durchschnittlich sogar 20 Prozent.

Grosse Unterschiede

Allerdings gibt es von Kanton zu Kanton grosse Unterschiede: So fiel die Steuerlast etwa in Zug von 6000 auf unter 4000 Franken, während sie in Neuenburg mit rund 14'000 Franken dreimal mehr beträgt.

Am günstigsten ist Basel mit einer Steuerlast von 2300 Franken. 2005 betrug sie noch 3000 Franken. Um knapp 30 Prozent auf 3600 Franken angestiegen ist sie dagegen in Bern.

«Staat muss Mittel effizient nutzen»

Für die St. Galler SP-Nationalrätin Barbara Gysi ist deshalb klar: Es braucht eine Steuerharmonisierung auf nationaler Ebene. «Die Auswertung verdeutlicht, dass sich die Schere zwischen den günstigsten und den teuersten Kantonen weiter geöffnet hat», sagt sie der Zeitung.

Kein Handlungsbedarf sieht dagegen der Zürcher FDP-Nationalrat Beat Walti. «Die sinkende Steuerbelastung ist ein Zeichen dafür, dass der Staat nicht unnötig Geld abschöpft, sondern seine Mittel effizient einsetzen muss.»

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