28.07.2014 08:37

Simon Otto

Schweizer zeichnet Drachen für Hollywood

Simon Otto prägt als Head of Character Animation die Figuren des Dreamworks-Films «How To Train Your Dragon 2». Im Interview schwärmt der St. Galler von seiner Arbeit.

von
Philipp Portmann

Simon Otto, wie hoch ist Ihr Anteil am Film «How To Train Your Dragen 2»?

Ich hatte Einfluss auf die Inszenierung, ob eine Figur lustig ist oder wie sie designt wird.

Die Hauptfigur Hicks weist gewisse äusserliche Ähnlichkeiten mit Ihnen auf. Zufall?

Vielleicht ist das dadurch entstanden, dass ich so lange an dem Film mitgearbeitet habe. Eigentlich habe ich mehr Einfluss auf die Seele der Figur. Diese Ähnlichkeit ist also eher Zufall.

Durfte Ihr fünfjähriger Sohn den Film schon sehen?

Ja. Im Moment fertigt er jeden Tag eine neue Drachenzeichnung an und sagt: «Papi, den musst du dann im dritten Film bringen.»

Verändert das Vatersein die Perspektive auf Ihre Arbeit?

Ja, absolut. Vor allem in Hinblick darauf, wie ein Kind eine Geschichte wahrnimmt. Der Film muss in erster Linie uns gefallen, aber auch fünfjährige Kinder müssen ihn verstehen können. Somit zeigt mir mein Sohn schon, wie ein Kind auf so einen Film regiert.

Und wie reagierte er?

Sehr positiv. Aber er weiss natürlich, dass ich involviert war. Das könnte ihn beeinflusst haben. Ich bin gerade in dieser Vater-Held-Phase (lacht).

Der Film hat gute Chancen auf eine Oscar-Nominierung. Würde Sie das freuen?

Animationsfilme sind Teamarbeit. Wenn wir für den Oscar nominiert würden, wäre das eine unglaubliche Ehre für uns. Wir orientieren uns nicht daran, aber natürlich wäre die Anerkennung schön.

«How To Train Your Dragon 2» läuft derzeit in den Deutschschweizer Kinos.

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