Strafverfahren: Schweizer zeigt deutschem Polizisten Hitlergruss
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StrafverfahrenSchweizer zeigt deutschem Polizisten Hitlergruss

Gegen einen Fan des EHC Olten läuft in Deutschland ein Strafverfahren. Es ist nicht das erste Mal, dass dort Schweizer Hooligans auffallen.

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vro
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Weil ein Fan des EHC Olten einem Polizisten den Hitlergruss gezeigt hat, wurde ihm ein zweijähriges Stadionverbot in ganz Deutschland erteilt. Die Olten-Anhänger fielen in Deutschland schon mehrere Male auf. Davon wusste man beim Klub nichts, sagt Sprecher Ruedi Trachsel.

Weil ein Fan des EHC Olten einem Polizisten den Hitlergruss gezeigt hat, wurde ihm ein zweijähriges Stadionverbot in ganz Deutschland erteilt. Die Olten-Anhänger fielen in Deutschland schon mehrere Male auf. Davon wusste man beim Klub nichts, sagt Sprecher Ruedi Trachsel.

Keystone
Vergangene Woche kam es zudem zwischen Anhängern des SV Darmstadt 98 und der Grasshoppers zu Ausschreitungen, wobei mehrere GC-Fans verhaftet wurden.

Vergangene Woche kam es zudem zwischen Anhängern des SV Darmstadt 98 und der Grasshoppers zu Ausschreitungen, wobei mehrere GC-Fans verhaftet wurden.

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Die hessische Polizei hat am 2. Januar einen Bus voller Eishockeyfans abgefangen. Unter ihnen waren auch 15 Anhänger des EHC Olten. Diese reisten zusammen mit Ultras aus Landshut zu einem Eishockeyspiel in Frankfurt. Weil die aggressiven Fans im Sonderzug nicht erwünscht waren, hatten sie sich einen Bus gechartert, schreibt das deutsche «Wochenblatt».

Die Polizei konnte zwar einige Hooligans vom Spiel fernhalten, der Rest wurde jedoch ins Stadion gelassen. Dort dauerte es nicht lange, bis die Fans negativ auffielen. Einer von ihnen war ein Olten-Fan, wie Josef Wild von der Polizeiinspektion Landshut 20 Minuten bestätigt. «Bei der Kontrolle zeigte er einem Polizisten den Hitlergruss.» Deswegen habe der Schweizer nun für ganz Deutschland zwei Jahre lang Stadionverbot. Ausserdem laufe ein Strafverfahren gegen ihn. «Wahrscheinlich erwartet ihn eine Geldstrafe», sagt Wild.

Provokationen, Randale, fliegende Flaschen

Es war jedoch nicht das erste Mal, dass die Schweizer Eishockeyfans in Deutschland für Aufsehen sorgten. «Das erste Mal sind sie 2012 aufgefallen», sagt Wild. Damals sei es bei einem Spiel in Ravensburg zu Provokationen und Randalen gekommen. Auch die Olten-Fans seien daran beteiligt gewesen.

Im August 2013 waren diese wiederum mit ihren «Fanfreunden» aus Landshut unterwegs. Vor einem Freundschaftsspiel warfen sie mit Flaschen, wobei es zu Körperverletzungen kam. Diese Vorgeschichte hat laut Wild wohl dazu geführt, dass einer der Olten-Fans nun ein Stadionverbot erhalten hat.

Beim EHC Olten wusste man laut Sprecher Ruedi Trachsel zwar von der Fanfreundschaft mit den Landshutern, dass die eigenen Fans immer wieder in Ausschreitungen verwickelt sind, höre man allerdings zum ersten Mal. «Wir wollen solche Krawallleute nicht und werden diesen Informationen nachgehen», so Trachsel.

«Wir sind froh um jeden, der nicht kommt»

Die Landshuter Ultras, mit denen die EHC-Olten-Anhänger eine sogenannte Fanfreundschaft pflegen, sind wiederum auch in der Schweiz bekannt. Nach einem Spiel des EHC Olten in Langenthal kam es zu Ausschreitungen, bei denen auch die deutschen Fans beteiligt waren. 17 von ihnen wurde ein schweizweites, zweijähriges Stadionverbot erteilt. Insgesamt waren über 30 Personen von dieser Massnahme betroffen.

Der deutschen Polizei sind gegen die Olten-Fans derzeit die Hände gebunden. «Wir befürchten, dass es noch weitere Schwierigkeiten geben wird», sagt Wild. Das Problem sei einerseits, einen Täter zu überführen. «Sie verstecken sich meist in der Gruppe, deshalb ist es schwierig, jemandem eine einzelne Tat nachzuweisen.» Man sei deshalb froh um jeden Ultra-Fan, der nicht zu einem Spiel komme.

Schweiz ist für Deutschland ein Vorbild

Für den Eishockeyverein Landshut sei die Situation komplizierter, erklärt Wild. «Die Fans haben dort kein schlechtes Ansehen, weil sie während der Spiele für Stimmung sorgen.» Deshalb sei es auch nicht im Interesse des Vereins, Stadionverbote gegen die aggressiven Ultras auszusprechen.

Wild hingegen wünschte sich ein härteres Vorgehen gegen Hooligans. «Bei uns ist es anders als in der Schweiz, es wäre aber wünschenswert, wenn wir auch so rigoros durchgreifen könnten.» Denn nicht nur EHC-Olten-Fans halten die Polizei auf Trab. Am vergangenen Samstag kam es bei einem Hallenfussballturnier zwischen Anhängern des SV Darmstadt 98 und von GC zu Ausschreitungen. Einige der Schweizer wurden wegen Körperverletzung und Beamtenbeleidigung verhaftet.

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