Villars-Tiercelin VD: Schweizer Zeppeline für Nasa und Esa
Aktualisiert

Villars-Tiercelin VDSchweizer Zeppeline für Nasa und Esa

Im Wettlauf zum Saturn-Mond Titan kommen weder die Nasa noch die Esa an Schweizer Zeppelinen vorbei.

von
Gabi Schwegler
Die Raumfahrtbehörden Nasa und Esa bestellten beim Schweizer Zeppelinbauer je ein solches Luftschiff.

Die Raumfahrtbehörden Nasa und Esa bestellten beim Schweizer Zeppelinbauer je ein solches Luftschiff.

Begonnen hat alles mit einer Diplomarbeit an der Kunstschule Lausanne: Jodoc Elmiger wollte eine ökologische Lösung finden, um Luftaufnahmen zu machen. «Ein Zeppelin eignet sich für Luftaufnahmen besonders gut, weil er sehr langsam und für lange Zeit fliegen kann», erklärt ­Elmiger. So begann der Industrie-Designer 1999 mit dem professionellen Bau von Zeppelinen.

Nur zehn Jahre später klopften fast gleichzeitig die US-Raumfahrtbehörde Nasa und ihr europäisches Pendant Esa bei ihm an und bestellten je ein Luftschiff. «Kein US-Unternehmen war in der Lage, die Anforderungen der Nasa zu erfüllen. Es ist schlicht genial, dass wir diesen anspruchsvollen Auftrag erhalten haben», freut sich Elmiger. Mit den waadtländischen Zeppelinen wollen beide Raumfahrt-Organisationen Autopilot-Systeme testen, die in einigen Jahren bei der Erkundung des Saturn-Mondes Titan eingesetzt werden sollen. Nasa und Esa konkurrieren darum, als Erste ein Navigationssystem für diese Mission zu entwickeln.

Der 15 Meter lange Esa-Zeppelin, der 70 000 Franken kostet, wird bereits in den nächsten Wochen in Marokko getestet. «Falls es Probleme gibt, werde ich für die Reparatur dahin reisen. Das gehört zum Service», sagt Elmiger. Er sei aber zuversichtlich, dass alles klappt. Das Nasa-Luftschiff hat vor dem Transport über den Ozean Anfang Juni im Kanton Waadt seinen Jungfernflug.

www.minizepp.com

Deine Meinung