Zwickauer Terrorzelle: Schweizer Zeuge sagt im NSU-Prozess aus
Aktualisiert

Zwickauer TerrorzelleSchweizer Zeuge sagt im NSU-Prozess aus

Im Prozess gegen die deutsche Terrorgruppe NSU stand am Mittwoch in München die Tatwaffe im Mittelpunkt. Ein Waffenhändler aus der Schweiz entlastet dabei den Angeklagten.

Die Pistole der Marke «Ceska», mit der die Terroristen des NSU neun Menschen ermordet haben sollen, wurde bereits vom Hersteller mit Schalldämpfer geliefert. Das berichtete ein ehemaliger Waffenhändler aus der Schweiz am Mittwoch im NSU-Prozess.

Der 45-Jährige hatte die spätere Tatwaffe an einen Kunden in der Schweiz weiterverkauft. Von dort gelangte sie den Ermittlungen zufolge über Mittelsmänner zu den Angeklagten Carsten S. und Ralf Wohllebens, die sie an die mutmasslichen Terroristen weitergaben.

Die Aussage des Schweizers könnte den Angeklagten Carsten S. entlasten. Er hatte ausgesagt, dass er den Schalldämpfer nicht eigens bestellt habe - er sei einfach mitgeliefert worden.

Schweizer Zeugen erscheinen nicht vor Gericht

Carsten S. hat nach seiner eigenen Aussage die Waffe im Auftrag Wohllebens in einem rechten Szeneladen in Jena besorgt und an die drei Untergetauchten übergeben. Hätte S. einen Schalldämpfer bestellt, könnte dies dafür sprechen, dass er zumindest hätte ahnen können, wozu die NSU-Terroristen die Waffe nutzen wollten.

Ein weiterer Zeuge aus der Schweiz, der für Mittwoch geladen war, erschien nicht vor Gericht. Ein für Donnerstag geladener Zeuge aus der Schweiz hat bereits angekündigt, dass er nicht erscheinen werde. Der für Donnerstag geplante Verhandlungstermin wurde deshalb gestrichen. (sda)

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