Revolution nach 500 Jahren? - Schweizergarde will bald Frauen aufnehmen
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Revolution nach 500 Jahren?Schweizergarde will bald Frauen aufnehmen

1,74 m gross, katholisch, männlich – damit könnte bald Schluss sein. Beim Neubau einer Kaserne im Vatikan wird mit Schweizergardistinnen geplant.

von
Lucas Orellano
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Der Dienst in der Schweizergarde soll bald nicht mehr Männern vorbehalten sein.

Der Dienst in der Schweizergarde soll bald nicht mehr Männern vorbehalten sein.

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Im Vatikan wird nämlich gebaut, und zwar eine neue Kaserne für Schweizergardisten und neu eben auch -gardistinnen.

Im Vatikan wird nämlich gebaut, und zwar eine neue Kaserne für Schweizergardisten und neu eben auch -gardistinnen.

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«Ich begrüsse die Diskussion zur Frage, auch Frauen in der Garde zuzulassen, sehr», sagt Ruth Metzler.

«Ich begrüsse die Diskussion zur Frage, auch Frauen in der Garde zuzulassen, sehr», sagt Ruth Metzler.

Vatican Media via REUTERS

Darum gehts

  • Im Vatikan wird eine neue Kaserne für die Schweizergarde geplant.

  • Anders als bisher wird damit geplant, dass auch Frauen in die Garde eintreten dürfen.

  • Der Schritt könnte die Rekrutierungsprobleme mindern.

Wer in die Schweizergarde eintreten will, muss einige Voraussetzungen erfüllen: praktizierender Katholik, Schweizer Bürger, ledig, zwischen 19 und 30, mindestens 1,74 m gross, gesund, mit einer abgeschlossenen Lehre oder Matura in der Tasche – und männlich. Doch das könnte sich bald ändern, wie die Tamedia-Zeitungen berichten.

Im Vatikan wird nämlich gebaut, und zwar eine neue Kaserne für Schweizergardisten und neu eben auch -gardistinnen. «Es war uns von Anfang an ein Anliegen, dass der Neubau Raum für dienstleistende Frauen bietet», sagt Jean-Pierre Roth, der der Stiftung für den Neubau vorsteht laut Bericht.

Auch Alt-Bundesrätin Ruth Metzler-Arnold befürwortet den Schritt. «Ich begrüsse die Diskussion zur Frage, auch Frauen in der Garde zuzulassen, sehr», sagt sie. Sie sei zuversichtlich, dass Offenheit für diesen Schritt bestehe, sobald die Rahmenbedingungen dafür gegeben seien. Und: «Sobald Gardistinnen zugelassen sind, erhöht sich auch das Rekrutierungspotenzial für die Garde.» Der Entscheid darüber liege nicht beim Papst.

Jedes Jahr müssen rund 30 bis 35 neue Gardisten gefunden werden. Das ist keine einfache Aufgabe. Frauen aufzunehmen könnte das Problem mindern. In der Vergangenheit haben sich bereits vereinzelt Frauen gemeldet, die gerne den Dienst zum Schutz des Papstes leisten wollten. Dass sie bisher nicht durften, gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen.

Denn die Schweizergarde ist kein Militär-, sondern ein Polizeikorps, weil Schweizer Soldaten für fremde Staaten keinen Militärdienst leisten dürfen. Und Frauen dürfen von einem Polizeikorps nicht generell ausgeschlossen werden.

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, aufgrund der Geschlechtsidentität diskriminiert?

Hier findest du Hilfe:

Gleichstellungsgesetz.ch, Datenbank der Fälle aus Deutschschweizer Kantonen

Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann

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