«Chancen stehen 50:50»: Schweizerin will Champions League holen
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«Chancen stehen 50:50»Schweizerin will Champions League holen

Die Schweizerin Lara Dickenmann trifft in London mit Olympique Lyonnais im Champions-League-Finale auf Turbine Potsdam. Die Krienserin ist heiss auf Revanche.

Lira Bajramaj und Mesut Özil.

Olympique Lyonnais gegen Turbine Potsdam (mit dem deutschen Superstar Lira Bajramaj). So hiess der Champions League Final der Frauen schon im letzten Jahr. Und das Team der Krienserin Lara Dickenmann (25) hat damals ganz knapp im Penaltyschiessen verloren, obwohl sie mit zwei Penaltys voraus lagen. Jetzt kommt es zur grossen Revanche in Fulhams «Craven Cottage» in London. Wie sie die Chancen sieht, erzählt Lara Dickenmann im Interview:

Heute Abend ist das Champions League Finale gegen Turbine Potsdam. Bist Du in der Startaufstellung?

Lara Dickenmann: Das weiss ich jetzt noch nicht offiziell. Wenn alles gut läuft, sollte ich aber schon in der Startaufstellung sein. Darum war es wichtig, dass ich mich bei den beiden Nationalmannschaften-Spielen gegen Kanada nicht verletzt habe.

Deine Prognose für das Final-Spiel in London?

Es wäre schön, wenn wir Turbine Potsdam schlagen könnten. Die Potsdammer Mannschaft von letztem Jahr hat sich nicht gross verändert. Sie sind aber sicher auch nicht schlechter geworden und haben wieder die Deutsche Meisterschaft gewonnen, was ja etwas heissen will. Wir haben sicher etwas gelernt vom letztjährigen Finalspiel und wir konnten uns mit weiteren Spielerinnen verstärken. Unser Vorteil ist, dass wir gepflegten, attraktiven und auch effizienten Fussball spielen. Wir haben fast auf jeder Position sehr gute Einzelspielerinnen. Auch unsere Torhüterin ist eine der besten der Welt. So stehen eigentlich die Vorzeichen recht gut aus, zudem wir das Finale im letzten Jahr nur sehr knapp im Penaltyschiessen verloren haben.

Habt ihr nun speziell Penaltys geübt?

Meinen Penalty konnte ich zum guten Glück klar versenken. Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr keinen mehr schiessen muss. Habe mich auch gewundert, dass meiner so klar rein ging, weil ich grundsätzlich kein gutes Verhältnis zu Penaltyschiessen habe.

Hast Du ein Ritual vor dem Spiel oder bist Du sonst abergläubisch?

Nicht bewusst. Ich ziehe zwar immer alles links zuerst an: Linker Socke und auch der linke Schuh zuerst. Meine Lieblingsnummer ist die 21. Bei Lyon spiele ich mit dieser. In der Nationalmannschaft ists die 11, da hatte ich lange die 10, wollte aber wechseln. Leider gibt es in der Nationalmannschaft keine 21. Ich hoffe, dass mir die 21 heute Glück bringt.

Wie bist Du als petite Suisse bei den Spielerinnen von Olympique Lyonnais aufgenommen worden?

Sie lachen schon immer ein wenig, wenn ich langsamer französisch rede als sie und natürlich auch einen Akzent habe. Aber mein Französisch ist schon recht gut. Der neue Trainer will nur Ausländerinnen, die besser sind als die Französinnen. Dies gibt dann schon mehr Druck. Er kennt mich und weiss, was er an mir hat. Ich denke, er setzt auch ein Stück weit auf mich. Das spüre ich. Natürlich weiss ich genau, was er von mir erwartet oder wenn ich etwas nicht so gut gemacht habe.

Kannst Du eigentlich vom Fussball in Lyon leben?

Das wichtigste für mich ist, dass ich Spass habe und gesund bleibe. Auf meinem Niveau kann ich in Lyon vom Fussball leben. Ich brauche nicht viel und kann so sogar noch jedem Monat etwas auf die Seite legen. Es gibt nur sehr wenige Topspielerinnen bei Top-Clubs, die vom Fussball auch reich werden können. Doch im Vergleich zum Männerfussball sind das immer noch Welten. Auch bei einem allfälligen Champions League Sieg.

Das Interview führte Nike für 20 Minuten Online.

Das Finale findet am 26. Mai um 20.30 Uhr in London statt.

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