Streit vor Gericht: Schweizerin will Geld für lahmes Millionen-Pferd
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Streit vor GerichtSchweizerin will Geld für lahmes Millionen-Pferd

Eine Schweizer Reiterin zahlte für ein Dressurpferd umgerechnet rund eine Million Franken. Allerdings lahmt das Tier nun – und sie will ihr Geld zurück.

von
num
Das Pferd der Schweizerin lahmte und kann nicht an Turnieren eingesetzt werden (Symbolbild).

Das Pferd der Schweizerin lahmte und kann nicht an Turnieren eingesetzt werden (Symbolbild).

Eine Schweizer Dressurreiterin liegt im Streit mit dem deutschen Hof Kasselmann. Im Jahr 2013 hatte sie vom Hof das Dressurpferd Londontown S gekauft. Dafür bezahlte sie 750'000 Euro netto, inklusive Steuern 892'500 Euro. Das sind heute umgerechnet 970'000 Franken.

Mit dem Pferd wollte die Reiterin auf Grand-Prix-Ebene an Turnieren starten. Dass das Pferd dafür geeignet sei, war ihr vom Hof Kasselmann zugesichert worden. Doch nach Abwicklung des Kaufvertrages seien diverse gesundheitliche Probleme aufgetaucht. Vor allem an den Vorderbeinen und am rechten Schultergelenk. Das Ross musste gar wegen akuter Lahmheit ärztlich behandelt werden.

Hof bestreitet die Vorwürfe

Nun fordert die Schweizerin vor dem Landgericht Osnabrück mittels Zivilklage die Rückabwicklung des Kaufvertrages, wie die «Neue Osnabrücker Zeitung» berichtet. Sie fordert die 750'000 Euro zurück, zudem verlangt sie 50'000 Euro für die angefallenen Kosten.

Der Hof Kasselmann streitet alles ab. Das Pferd sei zum Zeitpunkt des Verkaufs gesund gewesen. Der Rechtsanwalt der Beklagten sagt, dass die Käuferin das Pferd zuvor selbst geritten habe, «und sie hätte es dann ja gar nicht gekauft».

Gütliche Einigung scheiterte

Die Schweizerin verlangt zudem Schadensersatz vom Tierarzt, der das Tier vor dem Verkauf untersucht und als gesund eingestuft hatte. Er sei ihrer Meinung zufolge entweder nicht gewissenhaft gewesen oder habe die Ergebnisse seiner Untersuchung nicht vollständig offengelegt.

Vor dem Landgericht Osnabrück scheiterte eine gütliche Einigung, wie die «Neue Osnabrücker Zeitung» berichtet. Nun muss ein Sachverständigengutachten eruieren, welche Mängel beim Ankauf bereits vorlagen. Dieses Gutachten dürfte beim nächsten Verhandlungstermin entscheidend sein. Wann sich die Parteien erneut vor Gericht treffen, ist aber noch nicht bekannt.

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