«Blutete viel mehr als sonst» - Schweizerinnen berichten von heftiger Menstruation nach Covid-Impfung
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«Blutete viel mehr als sonst»Schweizerinnen berichten von heftiger Menstruation nach Covid-Impfung

Mehrere junge Frauen stellen nach der Corona-Impfung plötzlich Veränderungen bei ihrer Periode fest. Drei 20-Minuten-Leserinnen sprechen über die Impf-Nebenwirkungen.

von
Julia Ullrich
Meret Steiger
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Junge Frauen klagen über eine veränderte Periode. Schuld daran soll die Impfung haben. (Symbolbild)

Junge Frauen klagen über eine veränderte Periode. Schuld daran soll die Impfung haben. (Symbolbild)

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Liest man die Erfahrungen der Frauen, scheint es,  als könnten die Corona-Impfstoffe auf mRNA-Basis den Menstruationszyklus beeinflussen.

Liest man die Erfahrungen der Frauen, scheint es, als könnten die Corona-Impfstoffe auf mRNA-Basis den Menstruationszyklus beeinflussen.

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Eine Userin schreibt etwa, sie habe das Moderna-Vakzin am letzten Tag ihrer Periode bekommen und «neun (!!!!) Tage später bekam ich eine weitere – es war ein Albtraum.» (Symbolbild)

Eine Userin schreibt etwa, sie habe das Moderna-Vakzin am letzten Tag ihrer Periode bekommen und «neun (!!!!) Tage später bekam ich eine weitere – es war ein Albtraum.» (Symbolbild)

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Darum gehts

  • Frauen berichten auf Social Media, dass sich nach der Sars-Cov-2-Impfung ihr Menstruationszyklus verändert habe.

  • Alle Betroffenen erhielten zuvor Impfstoffe von Biontech oder Moderna.

  • Drei 20-Minuten-Leserinnen sprechen über ihre Impfreaktionen.

  • Die Gründe für die plötzlich auftretenden Blutungen sind noch unklar.

  • Ärzt*innen glauben, dass der Stress rund um die Impfung oder Entzündungen der Auslöser sein könnten.

«Anderthalb Wochen nach der ersten Moderna-Dosis habe ich meine Periode etwa einen Tag früher bekommen. Es sprudelte, als wäre ich wieder in meinen Zwanzigern» – mit diesem Tweet brachte die medizinische Anthropologin Kate Clancy den Stein ins Rollen. In hunderten Kommentaren schildern Frauen ähnliche Erfahrungen: Eine Userin schreibt etwa, sie habe das Moderna-Vakzin am letzten Tag ihrer Periode bekommen und «neun (!!!!) Tage später bekam ich eine weitere – es war ein Albtraum.» Nutzerin Sara Monahan gibt an, nach dem Pieks ganze 15 Tage menstruiert zu haben.

Liest man die Erfahrungen der Frauen, scheint es, als könnten die Corona-Impfstoffe auf mRNA-Basis den Menstruationszyklus beeinflussen. Wissenschaftlich untersucht wurde das Phänomen bislang nicht. Auch in der Schweiz berichten mehrere junge Frauen von Blutungen nach der Impfung. Drei 20-Minuten-Leserinnen erzählen:

«Die Menge an Blut war ganz schön unangenehm»

Eva (29) hatte ihre Periode nach der Impfung mit dem Moderna-Impfstoff deutlich stärker. 

Eva (29) hatte ihre Periode nach der Impfung mit dem Moderna-Impfstoff deutlich stärker.

privat

Eva, 29: «Ich blute normalerweise nur sehr schwach. Wenige Tage nach der zweiten Impfung mit dem Vakzin von Moderna habe ich meine Periode bekommen. Ich habe mir nichts dabei gedacht, da das Eintreten der Blutung ungefähr meinem Monatszyklus entsprochen hat.

Wie für mich sonst üblich, habe ich nur kleine Tampons verwendet – und bin dann plötzlich in meinem eigenen Blut gesessen. Es kam einfach viel mehr als sonst und das hat mich im ersten Moment schockiert. Zudem war die Menge an Blut wirklich ganz schön unangenehm. Die Periode hat die für mich üblichen fünf Tage gedauert, Schmerzen hatte ich dabei glücklicherweise keine.»

«Ich hatte vor der Corona-Impfung nie mit Zwischenblutungen zu kämpfen»

Sarina (31) hatte drei Tage nach ihrer ersten Impfung Zwischenblutungen. 

Sarina (31) hatte drei Tage nach ihrer ersten Impfung Zwischenblutungen.

privat

Sarina, 31: «Am 25. Mai bekam ich die erste Dosis des Moderna-Impfstoffes gespritzt. Drei Tage später setzten plötzlich Blutungen bei mir ein, obwohl ich meine Periode erst eine Woche zuvor hatte. Ich hatte vor der Corona-Impfung nie mit Zwischenblutungen zu kämpfen, deshalb war für mich sofort klar, dass es daran liegen musste. Die Zwischenblutung war etwas schwächer und auch weniger schmerzhaft als meine Periode. Insgesamt habe ich sechs Tage lang geblutet, also fast so lang wie während meiner regulären Menstruation.

Auch wenn es nicht gerade angenehm war, hat diese Impfreaktion keinen Einfluss auf meinen Impfentscheid. Für mich steht fest: Ich werde mir auch die zweite Dosis spritzen lassen. Mit welchem in der Schweiz zugelassenen Impfstoff, spielt für mich dabei keine Rolle. Meinetwegen auch nochmals mit dem von Moderna.»

«Statt meiner normalen Periode war es kurz und heftig»

Nadine*, 39: «Ich wurde bereits vor einigen Wochen das erste Mal mit dem Impfstoff von Biontech geimpft und habe mittlerweile einen vollständigen Impfschutz. Beide Male hat rund eine Woche nach dem Impftermin eine Menstruationsblutung bei mir eingesetzt. Das war jeweils etwa drei Tage vor meinem eigentlichen Zyklusbeginn. Die ersten zwei Tage waren von der Blutmenge deutlich stärker als sonst. Auch die Schmerzen waren im Vergleich zu meinen bisherigen Perioden etwas stärker.

Am dritten Tag hätte von der Blutmenge her ein Mini-Tampon gereicht, danach war es vorbei. Anstelle meiner regulären Sieben-Tages-Periode hatte ich beide Male diese kurzen und heftigen Blutungen. Wäre ich nicht im Homeoffice gewesen, hätte es sicher jeder mitbekommen.»

Stress, Entzündungen oder Beeinflussung der Immunzellen?

Weitere Leserinnen berichten zudem von einer Zyklusverschiebung in den Folgemonaten, sowie von anhaltenden Schmierblutungen – oder einer nach der Menopause plötzlich wieder auftretenden Vaginalblutung, wie etwa eine 50-Jährige schildert.

Die Gründe, wieso es nach Impfungen mit mRNA-basierten Impfstoffen zu einem plötzlich auftretenden oder veränderten Menstruationszyklus kommen kann, sind noch unklar. Laut Daniel Surbek, Co-Klinikdirektor und Chefarzt Geburtshilfe und feto-maternale Medizin am Universitätsspital Bern, könnte etwa Stress eine Rolle spielen. «Der Menstruationszyklus ist ein komplexer physiologischer Vorgang, der primär hormonell gesteuert ist», erklärte er unlängst gegenüber 20 Minuten. Durch körperlichen oder psychischen Stress, wie er rund um die Impfung vorkommt, könnte es zu einer Hormonveränderung kommen, die eine veränderte Menstruation zur Folge hat.

Was bedeutet das für die Impfung in der Schwangerschaft?

Während die Gründe für die Veränderungen der Menstruation noch nicht gänzlich geklärt sind, ist eins laut Reproduktionsimmunologin Victoria Male jedoch sicher: Die Beobachtungen bedeuten nicht, dass die Covid-19-Impfungen eine Gefahr für Schwangere darstellen würden. «Während der Schwangerschaft halten verschiedene Prozesse die Gebärmutterschleimhaut aufrecht», so Male. Es gebe keinerlei Hinweise darauf, dass eine Impfung während der Schwangerschaft ein Risiko darstellt.

Expert*innen einig: Mens bleibt nicht dauerhaft so

Eine weitere mögliche Erklärung hat die englische Reproduktionsimmunologin Victoria Male: «Nach einer Impfung zirkulieren viele chemische Signale im Körper, die das Potenzial haben, Immunzellen zu beeinflussen. Dies könnte dazu führen, dass sich die Gebärmutterschleimhaut ablöst und es zu Schmierblutungen oder einer verfrühten Periode kommt», zitiert sie BBC.com.

Auch Alexandra Alvergne, von der britischen Oxford University, hat eine Theorie: Eine durch den Impfstoff hervorgerufene Entzündungsreaktion im Körper soll den Menstruationszyklus beeinflussen.

Doch in einem sind sich die Expert*innen einig: Grund zur Sorge, dass die Mens dauerhaft anders bleibe, bestehe nicht. So würden etwa Grippe- und HPV-Impfungen die Periodenblutungen auch nur vorübergehend beeinträchtigen.

*Name der Redaktion bekannt.

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