Equal Masturbation Day: Schweizerinnen masturbieren häufiger als zuvor
Mehr Spass mit sich selbst: 2022 masturbieren Schweizer Frauen deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Der Equal Masturbation Day zeigt trotzdem, dass es noch eine grosse Lücke gibt. 

Mehr Spass mit sich selbst: 2022 masturbieren Schweizer Frauen deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Der Equal Masturbation Day zeigt trotzdem, dass es noch eine grosse Lücke gibt. 

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Weltweite UmfrageSchweizerinnen masturbieren häufiger denn je

2022 befriedigen sich Frauen öfter selbst als im Vorjahr. Das zeigt eine neue Umfrage anlässlich des Equal Masturbation Day – dieses Jahr fällt er auf den 23. Juni. 

von
Malin Mueller

Weltweit masturbieren Frauen im Jahr 2022 deutlich öfter als noch ein Jahr zuvor. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Vibratormarke Womanizer, die das Unternehmen zum Equal Masturbation Day durchgeführt hat. Der findet dieses Jahr am 23. Juni statt – und zeigt damit deutlich etwas auf: Erst ab diesem Datum kommen Frauen bis Ende des Jahres auf die gleiche Anzahl an Self-Sex-Sessions wie Männer. Die sogenannte Masturbations-Gap ist damit immer noch gross: Frauen masturbieren im Schnitt rund 47 Prozent weniger als Männer.

Wie häufig masturbierst du?

Die Lücke schliesst sich – langsam

Dass sich trotzdem etwas tut, sieht man, wenn man sich die Zahlen von 2021 anschaut. Dort fand der Equal Masturbation Day erst am 14. August statt – damit masturbierten Frauen nur ein Jahr zuvor noch 62 Prozent weniger als Männer. Allein diese Entwicklung beweist, dass die geringere Anzahl an Malen nicht eine Frage von weniger Lust ist.

«Das Datum hat uns in diesem Jahr überrascht», sagt Johanna Rief, Head of Sexual Empowerment bei Womanizer. «Wir haben den Equal Masturbation Day im Jahr 2020 ins Leben gerufen, um auf die gesellschaftliche Schieflage aufmerksam zu machen. Vor zwei Jahren war der Tag noch Anfang September. Dass die Lücke nun deutlich kleiner geworden ist, ist eine wirklich positive Entwicklung.»

Je nach Geschmack: Verschiedene Toys können die Masturbation spannender und den Weg zum Orgasmus einfacher machen. 

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76 Mal pro Jahr

Für die Ergebnisse der Umfrage befragte Womanizer im Mai diesen Jahres 22'315 Personen in 15 verschiedenen Ländern – darunter auch Menschen in der Schweiz. Hochgerechnet liest sich das Ergebnis so: Frauen werden im Jahr 2022 durchschnittlich 76 Mal masturbieren, letztes Jahr waren es nur 53 Mal. Männer tun es 145 Mal, 2021 lag der Wert mit 140 Mal pro Jahr nur knapp darunter.

Auch in der Schweiz spürbar

Die Schweizerinnen liegen mit 74 Mal pro Jahr knapp unter dem weltweiten Durchschnitt. Dennoch masturbieren auch sie ganze 32 Mal mehr als 2021. Schweizer Männer haben dafür nachgelassen: In diesem Jahr kommen sie durchschnittlich 162 Mal, 2021 waren es noch 174 Mal. Ein leichter Rückgang, der sie jedoch – aufgepasst– nicht daran hindert, die Weltrangliste anzuführen.

Übrigens: 22 Prozent der Schweizer Frauen geben auch 2022 noch an, dass sie nie masturbieren. Bei Männern sind es dagegen nur knappe acht Prozent. Weltweit sind es knapp 24 Prozent der Teilnehmerinnen, die nie masturbieren und zwölf Prozent der Teilnehmer.

Tabus brechen

Ob Frauen 2022 wirklich mehr masturbieren werden, ist natürlich reine Spekulation. Allein, dass sie darüber reden, dürfe aber als Erfolg gewertet werden – Johanna Rief freut, dass das Tabu der Masturbation bei Frauen langsam, aber sicher, gebrochen wird. «Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, das Bewusstsein für die weibliche Sexualität und Verlangen zu schärfen. Es ist toll zu sehen, dass ein gesellschaftlicher Wandel stattfindet und dass wir dazu beitragen dürfen.»

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