TCS-Streitbarometer - Schweizerinnen und Schweizer hatten im Corona-Jahr mehr Zoff
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TCS-StreitbarometerSchweizerinnen und Schweizer hatten im Corona-Jahr mehr Zoff

In der Pandemie gab es in der Schweiz mehr Rechtsstreit: Mehr als jede siebte Person hat sich 2020 gezofft. Dabei hat besonders die Arbeit für Streit gesorgt.

von
Barbara Scherer
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Schweizerinnen und Schweizer haben sich im Corona-Jahr mehr gezofft.

Schweizerinnen und Schweizer haben sich im Corona-Jahr mehr gezofft.

20min/Simon Glauser
 Mehr als jede siebte Person in der Schweiz führte 2020 einen Rechtsstreit. 

Mehr als jede siebte Person in der Schweiz führte 2020 einen Rechtsstreit.

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Gezofft haben sich die Schweizerinnen und Schweizer in der Pandemie vor allem um die Arbeit, die Miete und den Konsum.

Gezofft haben sich die Schweizerinnen und Schweizer in der Pandemie vor allem um die Arbeit, die Miete und den Konsum.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • In der Pandemie führten Schweizerinnen und Schweizer mehr Rechtsstreit.

  • Besonders häufig wurde in der Region Genfersee gezofft.

  • Dabei haben Männer mehr Streit geführt als Frauen.

Das Corona-Jahr hat das soziale Leben stillgelegt. Grund für Streitereien gab es trotzdem jede Menge, wie das TCS-Streitbarometer zeigt: 15,2 Prozent, also mehr als jede siebte Person in der Schweiz führte 2020 einen Rechtsstreit. 2019 waren es mit 14,8 Prozent noch leicht weniger.

Am meisten Zoff gab es in der Region Genfersee, gefolgt vom Tessin und Zürich. Am wenigsten gestritten wird in der Zentralschweiz. Dafür dauern die Fälle dort am längsten. Nur kurz wird im Tessin gezankt. Durchschnittlich dauerte ein Rechtsstreit in der Schweiz 207 Tage – das sind sechs Tag weniger als 2019.

Streiten hat in der Pandemie weniger gekostet

Zwar gab es in der Corona-Krise mehr Streitereien, die Kosten dafür sind aber gesunken: Ein Fall kostete im Durchschnitt 1611 Franken, das sind 134 Franken weniger als 2019. Wie teuer ein Rechtsstreit ist, hängt von der Wohnregion ab. So kostet ein Streit in der Genferseeregion fast 30 Prozent mehr als im Tessin.

Gezofft haben die Schweizerinnen und Schweizer sich in der Pandemie vor allem um die Arbeit, die Miete und den Konsum, wie Kauf- und Verkauf-Verträge. Grosser Streitpunkt war der Job: In diesem Bereich gab es 17 Prozent mehr Streitereien als noch vor Corona.

Männer zoffen sich mehr als Frauen

Männer und Frauen haben sich zudem unterschiedlich häufig gestritten. So haben 2020 zehn Prozent mehr Männer einen Rechtsstreit geführt als Frauen. Dabei zoffen sich Männer fast doppelt so oft um ihr Verkehrsrecht.

Allgemein haben Streitigkeiten im Verkehr während der Pandemie aber abgenommen. Das sei auf die allgemein gesunkene Mobilität aufgrund der Corona-Massnahmen zurückzuführen, schreibt der TCS. So gab es fünf Prozent weniger Streitfälle. Dabei sind die Kosten um sieben Prozent gesunken und die Dauer der Streits hat um sechs Prozent abgenommen.

436’000 Policen ausgewertet

Die Auswertungen des Streitbarometers basieren auf dem TCS-Kundenportfolio im Verkehrsrechtsschutz (255’000 Policen), Privatrechtsschutz (151’000 Policen) und Gebäuderechtsschutz (30’000 Policen). Die Studie bezieht sich dabei auf Rechtsfälle, die 2020 eröffnet beziehungsweise abgeschlossen wurden.

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