Haschisch in Unterwäsche: Schweizern drohen in Marokko 20 Jahre Haft
Aktualisiert

Haschisch in UnterwäscheSchweizern drohen in Marokko 20 Jahre Haft

Zwei Schweizer sind in Casablanca mit 71 Kapseln Haschisch aufgeflogen. Das EDA bestätigt die Verhaftungen. Die jungen Männer müssen mit langen Gefängnisstrafen rechnen.

von
gbr/lüs
Sie wollten vom Flughafen Mohammed V in Casablanca nach Zürich fliegen. Doch daraus wurde wegen der verbotenen Ware in ihrer Unterwäsche nichts.

Sie wollten vom Flughafen Mohammed V in Casablanca nach Zürich fliegen. Doch daraus wurde wegen der verbotenen Ware in ihrer Unterwäsche nichts.

Kein Anbieter/casablanca-airport.com

Die Sicherheitskräfte haben am Mittwoch im Mohammed V International Airport in Casablanca zwei Schweizer festgenommen. Dies hat die Generaldirektion für nationale Sicherheit von Marokko mitgeteilt.

730 Gramm Haschisch hätten die beiden Schweizer im Alter von 22 und 31 Jahren bei sich gehabt, als sie erwischt wurden. Laut dem TV-Sender 2M waren die Drogen in 71 Kapseln abgepackt – diese wiederum hatten die Männer in ihrer Unterwäsche versteckt. Vergeblich: Sie seien aufgeflogen, bevor sie ihren Flug nach Zürich antreten konnten, und der Polizei übergeben worden.

Schon Besitz kleiner Mengen ist heikel

Marokko ist zwar eines der wichtigsten Länder für den Anbau von Cannabis – doch nur der Anbau ist legal. Die Franzosen hatten kurz vor der Unabhängigkeit ein Verbot für die Herstellung und den Handel von Haschisch erlassen. Schon der Besitz von kleinen Mengen kann zu Gefängnisstrafen führen. Gemäss den Reisehinweisen des Schweizer Aussendepartements EDA kann Drogenbesitz mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft werden – und mit hohen Bussen.

EDA bietet Verhafteten konsularischen Schutz

Die Bedingungen in Marokkos Gefängnissen sind prekär: Die Zellen sind überfüllt, die Hygiene und medizinische Versorgung mangelhaft.

Das EDA bestätigte 20 Minuten am Freitag die Verhaftung der beiden Schweizer Bürger. Sprecherin Carole Wälti: «Die schweizerische Botschaft in Rabat steht in Kontakt mit den zuständigen Behörden vor Ort und unterstützt die Betroffenen im Rahmen des konsularischen Schutzes.»

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