Aktualisiert 28.04.2020 09:51

KundenbarometerSchweizern ist die Energiewende zu langsam

Traurig über den Klimawandel, positiv gegenüber der Energiewende: So ticken Schweizer in Energiefragen.

von
sts
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Das Kundenbarometer erneuerbare Energien ist eine jährliche Untersuchung zur Einstellung der Schweizer Bevölkerung gegenüber Energiefragen. Hier gibt es die wichtigsten Ergebnisse.

Das Kundenbarometer erneuerbare Energien ist eine jährliche Untersuchung zur Einstellung der Schweizer Bevölkerung gegenüber Energiefragen. Hier gibt es die wichtigsten Ergebnisse.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Der Klimawandel löst schweizweit starke Gefühle aus. 53 Prozent der Befragten sind traurig, wenn sie an den Klimawandel denken und 37 Prozent haben Angst.

Der Klimawandel löst schweizweit starke Gefühle aus. 53 Prozent der Befragten sind traurig, wenn sie an den Klimawandel denken und 37 Prozent haben Angst.

Keystone/Olivier Maire
Beim Klimaschutz setzen die Befragten grosse Hoffnungen in technologische Innovation. Gemischte Gefühle herrschen in Bezug auf Verhaltensänderungen.

Beim Klimaschutz setzen die Befragten grosse Hoffnungen in technologische Innovation. Gemischte Gefühle herrschen in Bezug auf Verhaltensänderungen.

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Welche Gefühle löst der Klimawandel hierzulande aus? Wie stehen Schweizer zur Energiewende? Was hält die Bevölkerung von Elektromobilität? Solchen Fragen wird jährlich im Rahmen des Kundenbarometers erneuerbare Energien nachgegangen. Seit 2011 hat sich das Kundenbarometer unter der wissenschaftlichen Leitung des Lehrstuhls für Management erneuerbarer Energien der Universität St. Gallen (HSG) als eine der umfassendsten Untersuchungen der Einstellung der Schweizer Bevölkerung in Energiefragen etabliert. Die von Raiffeisen und EnergieSchweiz unterstützte Befragung ist bevölkerungsrepräsentativ im Hinblick auf Geschlecht, Region, Bildungsstand und Parteipräferenzen. Hier werden die wichtigsten Erkenntnisse des Kundenbarometers 2020 zusammengefasst.

Der Klimawandel löst schweizweit starke Gefühle aus. 53 Prozent der Befragten sind traurig, wenn sie an den Klimawandel denken und 37 Prozent haben Angst. Diese Emotionen können damit zusammenhängen, dass es für mehr als zwei Drittel der befragten Personen (69 Prozent) sehr wahrscheinlich erscheint, dass ihre Region vom Klimawandel betroffen sein wird. Über die Hälfte (51 Prozent) geben an, dass dies heute schon der Fall sei. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel bestehen laut Rolf Wüstenhagen vom Lehrstuhl für Management erneuerbarer Energien der Universität St. Gallen weiterhin Wissenslücken: «Während 97 Prozent der Klimaforscher überzeugt sind, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel stattfindet, unterschätzen die Befragten diesen breiten Konsens und denken, dass sich nur 69 Prozent der Wissenschaftler einig sind.»

Hauptlösung für das Klimaproblem: Technologie

Beim Klimaschutz setzen die Befragten grosse Hoffnungen in technologische Innovation. Gemischte Gefühle herrschen in Bezug auf Verhaltensänderungen. Nur 20 Prozent halten es für sehr oder eher wahrscheinlich, dass viele Menschen ihren Energieverbrauch freiwillig reduzieren werden, um das Klima zu schützen. 67 Prozent der befragten Schweizer sehen in einem veränderten Konsumverhalten die zweitwichtigste Stellschraube für eine Lösung des Klimaproblems. An erster Stelle steht mit 78 Prozent die technologische Innovation. 55 Prozent der Befragten gaben an, dass die Energiewende zu langsam voranschreitet. Bei diesem Thema wird laut den Studienautoren ein Röstigraben sichtbar: Während nur drei Prozent der Westschweizer Befragten der Meinung sind, dass es bei der Energiewende zu schnell gehe, beträgt dieser Anteil in der Deutschschweiz 16 Prozent.

Weiter hat das Vertrauen in die Möglichkeit eines Verzichts auf fossile Energien in den letzten Jahren stark zugenommen. Waren im Jahr 2015 nur 47 Prozent der Befragten zuversichtlich, dass wir eines Tages ohne fossile Energie auskommen können, ist dieser Wert 2020 auf 67 Prozent gestiegen. Das heisst, zwei Drittel der befragten Schweizer halten es für möglich, dass in der Schweiz keine fossilen Energien wie Erdöl oder Erdgas mehr verbraucht werden. Auch die Elektromobilität erhält Aufwind: Von den Befragten, die sich für den Kauf eines Autos in den nächsten fünf Jahren interessieren, würden 51 Prozent ein reines Elektroauto als erste oder zweite Präferenz wählen. In Bezug auf die Umweltauswirkungen von Elektromobilität besteht Aufklärungsbedarf – nur 60 Prozent der Untersuchungsteilnehmer gaben an, dass Elektroautos einen wesentlichen Beitrag zur Verminderung von CO2-Emissionen leisten.

#WIRSINDZUKUNFT

Die nationale Aktion #WIRSINDZUKUNFT wird von namhaften Unternehmen und EnergieSchweiz unterstützt. Sie soll die Schweizer Bevölkerung dazu anregen, den Alltag energieeffizienter zu gestalten und sich aktiv mit den Themen Energie sowie Klimaschutz auseinanderzusetzen. Als Medienpartner begleitet 20 Minuten #WIRSINDZUKUNFT mit Hintergrundberichten, Reportagen und Quiz.

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