Aktualisiert 27.11.2009 09:42

Statistik

Schwere Behinderungen sind selten

Weniger als 1 Prozent der Bevölkerung benötigt zum Gehen eine Hilfe. Aber über ein Viertel fühlt sich bei Tätigkeiten des normalen Alltagslebens mehr oder weniger eingeschränkt. Ältere Leute und Frauen sind häufiger von Behinderungen betroffen.

Die Anzahl der Menschen mit Behinderungen variiert stark nach der Definition der Behinderung, schreibt das Bundesamt für Statistik in seiner jüngsten Studie «Behinderung hat viele Gesichter».

Von der Bevölkerung, die in Privathaushalten lebt, sind je nach Definition 5 bis 27 Prozent von einer Behinderung betroffen, die ihr Leben einschränkt. Sie leiden beispielsweise unter Seh-, Hör-, Gehschwäche oder Kleinwuchs, sind in ihren Aktivitäten wie Essen, Körperpflege und Einkaufen beeinträchtigt oder können wegen eines Gebrechens keiner Erwerbstätigkeit nachgehen.

Schwere Behinderungen sind selten

Nur wenige Menschen sind schwer behindert. Weniger als 1 Prozent der Bevölkerung sind nicht in der Lage, ein Gespräch zu führen (auch mit Hörhilfe), oder ohne Hilfe mehr als einige Schritte zu gehen. Der Anteil jener, die ohne fremde Hilfe nicht oder nur mit Schwierigkeiten baden, duschen oder einkaufen gehen können, liegt um die 2 bis 3 Prozent.

Leichtere Behinderungen kommen in der Regel häufiger vor und machen die Mehrheit der Fälle aus. So sind 7 Prozent der Bevölkerung bei ihrer Tätigkeit im Alltag stark und 19 Prozent etwas eingeschränkt.

3,7 Prozent können wegen gesundheitlicher Probleme keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. 1,8 Prozent arbeiten wegen Behinderungen Teilzeit.

Frauen und Ältere häufiger betroffen

Frauen leben häufiger mit einer Behinderung als Männer. So sind fast 30 Prozent der Frauen bei ihren Aktivitäten im Alltag beeinträchtigt, aber nur 24,4 Prozent der Männer. Frauen beziehen aber weniger Invalidenleistungen als Männer - obschon auch Hausfrauen solche Leistungen zustehen.

Mit dem Alter nehmen die gesundheitlichen Probleme zu, und so steigt auch die Anzahl der Behinderungen: Weniger als jede zehnte junge erwachsene Person gilt gemäss den verschiedenen analysierten Definitionen als behindert. Im obersten Alterssegment ist es hingegen jede zweite Person.

Das BFS stützt seine Daten auf die Schweizerische Gesundheitsbefragung 2007. Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen vom 3. Dezember publiziert es eine Porträt-Serie von Personen mit verschiedensten Behinderungen.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.