Rebellen: Schwere Kämpfe im Tschad dauern an
Aktualisiert

RebellenSchwere Kämpfe im Tschad dauern an

Bei schweren Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen sind im Tschad mehr als 140 Menschen getötet worden. Die Kämpfe dauern noch an.

Während den Kämpfen etwa hundert Kilometer südlich der Stadt Abéché seien 60 Fahrzeuge der Rebellen «neutralisiert» worden, berichtete das tschadische Fernsehen unter Berufung auf Regierungsangaben aus N'Djamena.

Wegen der Auseinandersetzungen brachten mehrere Hilfsorganisationen Mitarbeiter in Sicherheit, die in dem Grenzgebiet zwischen Sudan und Zentralafrikanischer Republik rund 450 000 Flüchtlinge betreuen.

Auf dem Weg in die Hauptstadt

Die Rebellen der Vereinigten Streitkräfte für den Widerstand (UFR) waren am Wochenanfang aus dem benachbarten Sudan in den Tschad eingedrungen. Am Donnerstagabend eskalierten nahe der Stadt Am- Deressa die Auseinandersetzungen.

Laut tschadischer Armee wurden 125 Rebellen und 21 Soldaten getötet, 152 Aufständische seien gefangengenommen worden. Zivilisten seien von den Kämpfen verschont geblieben, da diese sich ausserhalb der Stadt abspielten.

Die Aufständischen wollten nach Angaben eines Sprechers zur tschadischen Hauptstadt N'Djamena marschieren. Bereits im Februar hatten dort Rebellen versucht, Präsident Idriss Deby Itno zu stürzen.

Abkommen hinfällig

In der UFR haben sich neun Rebellenorganisationen zusammengeschlossen. Dass sie den Sudan und dabei auch die Krisenprovinz Darfur als Rückzugsort nutzen, sorgt seit Jahren für Spannungen zwischen beiden Ländern.

Mit den erneuten Kämpfen dürfte auch ein Abkommen hinfällig sein, das der Sudan und der Tschad am vergangenen Sonntag in Katar geschlossen hatten. Beide Seiten verpflichteten sich darin, keine Rebellengruppen auf dem eigenen Territorium mehr zu unterstützen. Ähnliche Übereinkünfte waren in den vergangenen Jahren schon mehrfach gebrochen worden.

Der UNO-Sicherheitsrat wollte sich am Freitag zu einer eine Sondersitzung zur Lage im Tschad treffen. Die USA verurteilten den Übergriff der Rebellen und riefen diese zu Verhandlungen mit der Regierung des Tschad auf. (sda)

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