Spur der Verwüstung: Schwere Krawalle in Zürich
Aktualisiert

Spur der VerwüstungSchwere Krawalle in Zürich

Nach einer unbewilligten Demo ist es in der vergangenen Nacht in den Stadtkreisen 4 und 5 zu schweren Ausschreitungen und Beschädigungen gekommen. Es entstand hoher Sachschaden. Ein Polizist wurde verletzt. Schleierhaft bleiben die Beweggründe für die Gewaltsexzesse der Chaoten. Die Polizei wurde kalt erwischt.

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kub/rub

400 bis 500 Personen versammelten sich am Samstagabend gegen 22 Uhr spontan beim Carparkplatz in der Nähe des Hauptbahnhofes und zogen dann durch die Stadtkreise 4 und 5. Unter ihnen waren nach Angaben der Zürcher Stadtpolizei rund 100 Personen aus der linksautonomen Szene. Kurze Zeit später habe sich die Gruppe zu einem «äusserst militanten Demozug» formiert, schreibt die Polizei.

Linksautonome Szenis randalierten

Dieser Demonstrationszug bewegte sich dann in Richtung Limmatplatz und Langstrasse, durch den Kreis 4 und in Richtung Stauffacher. Unterwegs versprayten die Demonstranten mehrere Autos und Fassaden. Ausserdem schlugen sie Fensterscheiben von Fahrzeugen, Geschäften und Restaurants ein.

Bei der Stauffacherbrücke kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Demonstrierenden und der Stadtpolizei. Mit Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen bewarfen die Demonstrierenden die Polizisten. Diese setzten Gummischrot und Tränengas ein.

Damit habe verhindert werden können, dass die Demonstranten in die Innenstadt vordringen konnten, schrieb die Polizei. Die Teilnehmer der Kundgebung zogen in Richtung Helvetiaplatz und Langstrasse ab, wo sich ihr Zug kurz vor 2 Uhr auflöste.

Polizei wurde überrascht

Ein Polizist erlitt eine Armverletzung und musste in Spitalpflege gebracht werden, wie der Informationschef der Stadtpolizei, Marco Cortesi, am Sonntag auf Anfrage sagte.

Die Demonstration hatte die Polizei überrascht, sagte Cortesi, es habe keine entsprechenden Hinweise gegeben. Es stelle sich nun die Frage, ob es künftig nötig sei, übers Wochenende regelmässig 40 bis 50 Leute in Reserve zu haben. Aktuell habe man dafür die Mittel nicht. Man müsse und werde sich aber entsprechende Gedanken machen, sagte Cortesi.

Demo ohne Grund oder Teil einer weltweiten Kampagne?

Worum es den Demonstranten ging, ist nicht klar. Laut Cortesi fanden sich zahlreiche Sprayereien mit Bezug aufs Weltwirtschaftsforum WEF, den 1. Mai und den Kapitalismus generell. Einfach gegen alles wurde protestiert. Das bestätigt auch ein Leser-Reporter gegenüber 20 Minuten Online, der die Szenen beobachtet hatte: «Slogans wurden keine gerufen. Ungefähr 250 Demonstranten waren unterwegs und schlugen Fenster ein.»

Auf der Internetsite antifa.org findet sich ein Aufruf zu weltweiten Demonstrationen am 6. Februar. Protestiert werden solle gegen eine neue Weltordnung und faschistische Regime. «Wir klagen unsere Politiker für die begangenen Verbrechen an», heisst es weiter.

Festgenommen wurde laut Stadtpolizei niemand. (kub/rub/sda/dapd)

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