Australiens Ostküste: Zehntausende wegen schweren Überschwemmungen auf der Flucht

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Australiens OstküsteZehntausende wegen schweren Überschwemmungen auf der Flucht

Die australische Regierung hat die jüngsten verheerenden Überschwemmungen im Bundesstaat New South Wales an der Ostküste zur Naturkatastrophe erklärt.

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Erst im März hatte es in Sydney und weiten Teilen von New South Wales und Queensland verheerende Überschwemmungen gegeben.

Erst im März hatte es in Sydney und weiten Teilen von New South Wales und Queensland verheerende Überschwemmungen gegeben.

IMAGO/Xinhua
Nun hat die australische Regierung die Überschwemmungen zur Naturkatastrophe erklärt. 

Nun hat die australische Regierung die Überschwemmungen zur Naturkatastrophe erklärt. 

IMAGO/Xinhua
Diese Tankstelle in einem Vorort von Sydney steht unter Wasser. 

Diese Tankstelle in einem Vorort von Sydney steht unter Wasser. 

AFP

Darum gehts

  • Zehntausende Menschen im Grossraum Sydney wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, die Regierung hat die Überschwemmungen zur Naturkatastrophe erklärt.

  • Grund sind heftige und anhaltende Regenfälle der letzten Tage.

  • Insgesamt gab es bis Dienstagmorgen eine Evakuierungsanordnung für 50’000 Menschen.

Die australische Ostküste ist nach schweren Regenfällen erneut von massiven Überschwemmungen betroffen. Besonders schlimm ist die Situation im Grossraum Sydney. Nun hat die australische Regierung die Überschwemmungen zur Naturkatastrophe erklärt. 

So sollen schneller Notgelder für die betroffenen Gebiete freigemacht werden. Besonders schlimm ist die Situation weiter im Grossraum Sydney, wo seit Freitag riesige Regenmengen niedergegangen sind. Innerhalb von nur vier Tagen sei dort mehr Niederschlag gefallen als in London in einem ganzen Jahr, rechneten Meteorologen vor.

Insgesamt gab es bis Dienstagmorgen eine Evakuierungsanordnung für 50’000 Menschen, wie der australische Sender ABC berichtete. Hunderte Anwohner hätten in der Nacht Hilfe angefordert. Die Einsatzkräfte rückten immer wieder aus, um Häuser leer zu pumpen und Menschen zu retten. Fast 20’000 Haushalte waren ohne Strom. Ganze Gebiete standen meterhoch unter Wasser.

Viele Anwohnerinnen und Anwohner sind verzweifelt

Viele Bürger waren völlig verzweifelt. «Wir werden verkaufen. Wir können das nicht noch einmal durchmachen», zitierten Medien einen Mann namens Darren Morgan, dessen Haus im Vorort Lansvale innerhalb von 48 Stunden gleich zwei Mal von Sturzfluten überschwemmt wurde.

Verantwortlich für die Regenmassen ist ein mächtiges Tiefdruckgebiet zwischen Australiens Ostküste und der Nordinsel Neuseelands, das feuchte Luft und schwere Wellen an die Küste von New South Wales treibt. Premierminister Anthony Albanese, der am Dienstag von verschiedenen Gipfeltreffen in Europa zurückkehrt, wollte sobald wie möglich ins Katastrophengebiet reisen.

Erst im März hatte es in Sydney und weiten Teilen von New South Wales und Queensland verheerende Überschwemmungen gegeben. Viele Regionen leiden noch unter den zerstörerischen Folgen der historischen Fluten und sind nun schon wieder von Hochwasser betroffen. Der Starkregen rund um Sydney dauert schon seit Tagen an. Es sei vier Mal so viel Regen gefallen, wie sonst im ganzen Monat Juli, zitierten Medien die Wetterdienste. Eine Besserung war Meteorologen zufolge zunächst nicht in Sicht.

Frachtschiff vor Sydney gestrandet

Erst im März hatte es in Sydney und weiten Teilen von New South Wales und Queensland verheerende Überschwemmungen gegeben. In nur drei Monaten fiel damals in der bei Touristen aus aller Welt beliebten Metropole mit dem berühmten Opernhaus so viel Niederschlag, wie sonst in einem ganzen Jahr. Viele Regionen leiden noch unter den Zerstörungen der historischen Fluten und sind nun schon wieder von Hochwasser betroffen.

Derweil ist ein Frachtschiff bei schwerer See vor der Küste im Süden von Sydney gestrandet. Die in Hongkong registrierte «Portland Bay» hatte Wollongong am Morgen verlassen, erlebte aber kurz darauf einen kompletten Stromausfall. Eine grossangelegte Rettungsaktion war im Gange, um zu verhindern, dass das Schiff bei hohem Wellengang gegen die Klippen gedrückt wird. Versuche, die 21-köpfige Besatzung aus der Luft zu retten, mussten die Einsatzkräfte wegen der widrigen Wetterbedingungen aufgeben. Ein Schlepper war unterwegs, um das Schiff von der Küste wegzuziehen.

(DPA/roy/sys)

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