Aktualisiert 29.11.2005 06:25

Schwere Vorwürfe gegen Cheney und Rumsfeld

Innerhalb der US-Regierung hat es nach den Anschlägen vom 11. September 2001 offenbar heftige Auseinandersetzungen über den Umgang mit Terrorverdächtigen gegeben.

Der Stabschef des damaligen US-Aussenministers Colin Powell sagte der Nachrichtenagentur AP, Mitarbeiter von Vizepräsident Dick Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hätten sich für einen skrupellosen Umgang mit Gefangenen aus Afghanistan oder dem Irak ausgesprochen. Sie hätten die Ansicht vertreten, «dass der Präsident der Vereinigten Staaten alles tun kann, was er will», sagte Lawrence Wilkerson.

Powell und auch die Führung der Streitkräfte hätten dies von Anfang an kritisiert. Wilkerson berichtete, einmal habe Powell bei einem Telefongespräch mit Rumsfeld gerufen: «Donald, verstehst du nicht, was du mit unserem Ruf anstellst?» Die von US-Präsident George W. Bush schliesslich verabschiedete Richtlinie zum Umgang mit Terrorverdächtigen sei ein Kompromiss gewesen, erklärte Wilkerson. In der Praxis seien die Gefangenenaufseher dann aber dem Wunsch der Hardliner gefolgt.

(dapd)

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