Hopp unter Beschuss: Schwere Vorwürfe gegen Hoffenheim-Mäzen

Aktualisiert

Hopp unter BeschussSchwere Vorwürfe gegen Hoffenheim-Mäzen

Hoffenheim verzaubert mit Offensivfussball die Bundesliga. Doch während über die Fussballer gejubelt wird, erhebt Waldhof Mannheim schwere Vorwürfe gegen den Mäzen des Herbstmeisters.

«Es fühlt sich so an, dass Herr Hopp keine Konkurrenz in der Region wünscht. Als Präsident des SV Waldhof Mannheim ist es meine Pflicht, Herrn Hopp zu verklagen.» Harte Worte aus dem Mund von Mannheim-Präsident Mario Nöll. Sein Verein behalte sich juristische Schritte gegen Dietmar Hopp, Mäzen von 1899 Hoffenheim, vor. «Wieso das?», fragt man sich. Hopp hatte doch erst kürzlich ein 800'000 Euro-Darlehen für Waldhof gesprochen, 500'000 wurden bereits bezahlt. Ein Teil des Geldes des SAP-Milliardärs sei an Bedingungen geknüpft, heisst es. Die fehlenden 300'000 Euro seien auf einem Konto beim Treuhänder hinterlegt. Nöll glaubt, dass durch diese Zurückbehaltung Druck auf ihn ausgeübt wird. «Der Verein hat ein Darlehen vom Hoffenheimer Mäzen in Höhe von 500'000 Euro erhalten, befindet sich aber über die Auslegung des Vertrags in Streit», so Nöll. «Herr Hopp, es ist Weihnachten. Ich appelliere an ihre Moral und ihr Gewissen.»

Hopp weist Vorwürfe zurück

Auf ein angeblich zugesagtes Sanierungsdarlehen von über einer Million Euro warte Waldhof zudem vergeblich. Hopp soll dieses bei Erhalt eines siebenstelligen Betrags von der Daimler AG versprochen haben.

Doch der Hoffenheim-Boss wehrt sich gegenüber dem «Mannheimer Morgen»: «Das mit der Schuldenfreistellung ist doch völlig aus der Luft gegriffen. Dafür gibt es genügend Zeugen. Herr Nöll ist entweder erkrankt, oder er fantasiert. Vielleicht sollte er einmal zu einem Psychiater.» Er habe lediglich gesagt, dass es wünschenswert wäre, wenn es gelingen könnte Waldhof Mannheim zu entschulden. Denn der Verein steht viereinhalb Jahre nach der Insolvenz erneut in grossen finanziellen Schwierigkeiten. Angeblich fehlen Waldhof 1,1 Millionen Euro.

Bayern versöhnlich

Weihnachtlicher tönt es dagegen von Hoffenheims Konkurrent um den Titel. Bayern Münchens Boss Karl-Heinz Rummenigge bietet nach den verbalen Attacken in den letzten Woche die Friedenspfeife an. «Wir haben generell kein Problem mit der TSG. Ganz im Gegenteil. Wir sind bereit für einen friedlichen Wettstreit um die Meisterschale», so Hoeness gegenüber der Bild. Und was würde er machen, wenn Hoffenheim tatsächlich die Schale gewinnen würde? «Wenn die TSG Meister werden sollte, würde ich natürlich sportlich fair gratulieren! Der ehrlichste von allen Titeln ist nun mal die Meisterschaft. Da muss man sich über 34 Spieltage behaupten, da steht man am Ende nicht zufällig ganz oben.»

(fox)

Deine Meinung