Amoklauf in Texas: Video zeigt, wie Eltern Beamte umsonst zum Eingreifen aufforderten

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Amoklauf in TexasVideo zeigt, wie Eltern Beamte umsonst zum Eingreifen aufforderten

Am Dienstag ereignete sich in Uvalde in Texas eines der schlimmsten Schulmassaker der vergangenen Jahre in den USA, 21 Menschen starben. Nun erheben Eltern der getöteten Kinder und Augenzeugen schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

von
Florian Osterwalder

Die Polizei hinderte die Eltern der Kinder am Betreten der Schule. 

Darum gehts

Ein 18-Jähriger hat in einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas das Feuer eröffnet und mindestens 19 Schulkinder getötet. Es handelt sich um eines der verheerendsten Schulmassaker in der US-Geschichte. Den Ermittlern zufolge betrat der Schütze am Dienstagnachmittag die Grundschule in der Kleinstadt Uvalde und schoss um sich. Auch zwei Lehrerinnen wurden bei dem Vorfall getötet. 17 weitere Menschen wurden verletzt, unter ihnen drei Polizisten. Der Angreifer wurde schliesslich von Einsatzkräften des Grenzschutzes getötet.

Beim Amoklauf hätten die Polizisten nach Ansicht von Jacinto Cazares mehrere Todesfälle verhindern können, wenn sie das Gebäude früher gestürmt hätten. Der Vater eines der 19 Kinder, die vom 18-jährigen Schützen getötet wurden, eilte laut der «New York Post» zur Schule, nachdem er von der Schiesserei gehört hatte. Zu diesem Zeitpunkt seien die Polizisten noch damit beschäftigt gewesen, sich vor dem Schulgebäude zu versammeln. Laut Cazares soll die Polizei ganze 40 Minuten auf Verstärkung gewartet haben. «Da waren mindestens 40 Polizisten, bis auf die Zähne bewaffnet, die keinen verdammten Finger gerührt haben, bis es zu spät war», so Cazares. Der Vater sieht das späte Eingreifen der Polizisten mitschuldig für den Tod der 21 Opfer.

Grenzschutz dementiert zögern der Einsatzkräfte

Wie ein weiterer Augenzeuge berichtet, sollen mehrere Frauen vor der Schule gestanden haben und immer wieder «geht da rein, geht endlich rein» zu den Polizisten gerufen haben, wie «AP News» schreibt. Im Netz macht ein entsprechendes Video die Runde (siehe oben). Laut Raul Ortiz von der US-Grenzpolizei haben die Beamten nach dem Eintreffen bei der Schule jedoch «nicht gezögert».

Der Direktor des Ministeriums für öffentliche Sicherheit, Steve McCraw, erklärte gegenüber Reportern, dass zwischen dem Zeitpunkt, zu dem Ramos das Feuer auf den Sicherheitsbeamten der Schule eröffnete, und dem Zeitpunkt, zu dem das taktische Team ihn erschoss, 40 Minuten bis eine Stunde verstrichen seien. 

In der Zwischenzeit sagte ein mit den Ermittlungen vertrauter Beamter, dass die Grenzschutzbeamten Schwierigkeiten gehabt hätten, die Tür des Klassenzimmers zu öffnen und erst einen Mitarbeiter bitten mussten, den Raum mit einem Schlüssel zu öffnen. Der Beamte sprach unter der Bedingung der Anonymität, weil er nicht befugt war, öffentlich über die laufenden Ermittlungen zu sprechen. 

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Kind verloren?

Hier findest du Hilfe:

Fachstelle Kindsverlust, Beratung während Schwangerschaft, Geburt und erster Lebenszeit

Himmelskind.ch, für Akuthilfe und Trauerbegleitung

SIDS, nach plötzlichem Kindstod

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Mein-Sternenkind.ch, für betroffene Väter, Familien, Angehörige

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Appella, Telefon- und Onlineberatung bei früher Fehlgeburt

Pro Pallium, Trauergespräche und Trauertreffen

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

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