Verfälschte Studien? – Schwere Vorwürfe gegen Subunternehmen von Pfizer

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Verfälschte Studien?Schwere Vorwürfe gegen Subunternehmen von Pfizer

Ein mit klinischen Studien zum Corona-Impfstoff von Pfizer beauftragtes Subunternehmen soll Daten gefälscht und bei der Auswertung geschlampt haben, wie ein Fachjournal schreibt.

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Ging bei den Studien alles mit rechten Dingen zu? Impfstoff von Biontech/Pfizer. (Archivbild)

Ging bei den Studien alles mit rechten Dingen zu? Impfstoff von Biontech/Pfizer. (Archivbild)

AFPJeff Kowalsky
Hat das nun der Schlamperei beschuldigte Unternehmen mit Studien beauftragt: Das Hauptquartier von Pfizer in New York.

Hat das nun der Schlamperei beschuldigte Unternehmen mit Studien beauftragt: Das Hauptquartier von Pfizer in New York.

Anadolu Agency via AFP/Tayfun Coskun
Das im US-Staat Texas ansässige Unternehmen Ventavia soll Daten gefälscht und bei der Nachverfolgung von Nebenwirkungen geschlampt haben.

Das im US-Staat Texas ansässige Unternehmen Ventavia soll Daten gefälscht und bei der Nachverfolgung von Nebenwirkungen geschlampt haben.

Getty Images via AFP/Michael Ciaglo

Darum gehts

  • Eine Ex-Mitarbeiterin des Subunternehmens von Pfizer im US-Staat Texas erhebt schwere Vorwürfe gegen Ventavia.

  • Dieses soll bei Studien zum Vakzin von Biontech/Pfizer Daten gefälscht und bei der Nachverfolgung von Nebenwirkungen geschlampt haben.

  • Die US-Arzneimittelbehörde FDA erklärte, sie habe «volles Vertrauen» in die Daten, die zur Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer geführt hätten.

Gegen ein mit klinischen Studien zum Corona-Impfstoff beauftragtes Subunternehmen von Pfizer sind schwere Vorwürfe laut geworden. Wie das renommierte Fachjournal British Medical Journal (BMJ) am Mittwoch unter Berufung auf eine Ex-Mitarbeiterin des Unternehmens Ventavia berichtete, soll die Firma aus dem US-Bundesstaat Texas bei Studien zum Vakzin von Biontech/Pfizer Daten gefälscht und bei der Nachverfolgung von Nebenwirkungen geschlampt haben.

Der BMJ-Bericht basiert grösstenteils auf Aussagen der früheren Ventavia-Mitarbeiterin Brook Jackson, die zwei Wochen lang an den klinischen Studien des Unternehmens zu dem Corona-Impfstoff beteiligt war, bevor sie entlassen wurde.

Brook wirft Ventavia unter anderem vor, das sogenannte Doppelblind-Verfahren nicht eingehalten zu haben. Bei diesem Verfahren wird sichergestellt, dass weder der Patient oder die Patientin noch das medizinische Personal wissen, ob ein wirksames Medikament oder ein Placebo verabreicht wird. Dies soll eine möglichst objektive Bewertung der Studienergebnisse ermöglichen.

US-Arzneimittelbehörde vertraut Studien

Laut Jackson verstiess Ventavia auch an weiteren Stellen gegen Vorschriften, etwa bei der korrekten Lagerung des Impfstoffs. Dem BMJ sagte sie, sie habe die US-Arzneimittelbehörde FDA über die Verstösse informiert.

Die FDA wollte den Vorgang auf AFP-Nachfrage nicht kommentieren. Die Behörde erklärte jedoch, sie habe «volles Vertrauen» in die Daten, die zur Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer geführt hätten. Weder Pfizer noch Ventavia reagierten zunächst auf Anfragen der Nachrichtenagentur AFP.

Bei der klinischen Testung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer spielte Ventavia nur eine kleine Rolle. Das texanische Unternehmen untersuchte die Wirkung des Impfstoffs an Tausend Testpersonen. Weltweit nahmen 44’000 Probanden und Probandinnen an klinischen Studien mit dem Vakzin teil.

(AFP/chk)

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