Aktualisiert 08.09.2009 15:29

KrankenkassenSchwere Zeiten für Prämiensparer

Mit Billigkassen ist bald Schluss - mehrere Faktoren vergällen den Krankenversicherern die Jagd nach guten Risiken. Der Trend geht stattdessen in Richtung günstiger Alternativ-Angebote. Sparen bei der Krankenkasse wird trotzdem immer schwieriger.

von
Elisabeth Rizzi

Im Durchschnitt werden im nächsten Jahr die Krankenkassenprämien um 15 Prozent steigen. Kein Wunder, dass sich die Krankenkassen angesichts dieser massiven Preissteigerung davor fürchten, dass ihnen die Versicherten davon und den Billigkassen in die Arme laufen. Der Krankenversicherer Sanitas reagiert darauf mit der Lancierung eines neuen Discount-Angebots für die Grundversicherung. Es handelt sich dabei um die Weiterentwicklung einer Telemed-Versicherung. Telemed-Angebote verpflichten die Versicherten, bei gesundheitlichen Beschwerden als erste Anlaufstelle einen telemedizinischen Dienst zu kontaktieren (beispielsweise Medgate).

Trend zu Alternativmodellen

Mit dem neuen Produkt folgt Sanitas dem Trend, Managed Care zu fördern; also alternative Versicherungsmodelle mit zentralisierter Patientenbetreuung über Hausärzte, Gesundheitszentren oder Telemed-Dienste. Denn immer weniger können Krankenkassen ihre Kostenstruktur mit der Gründung von Billigkassen optimieren, in denen sich kostengünstige Risiken – sprich Junge und Gesunde – tummeln.

Der Grund: Zum einen hält das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Versicherungskonzerne dazu an, die Verwaltungskosten auf alle Konglomeratsgruppen gleichmässig zu verteilen. Das heisst: Die Billigkassen mit tieferem Aufwand müssten die teureren Kassen des Konzerns quersubventionieren. Zum anderen wird 2012 der Risikoausgleich verfeinert. Er soll um das erhöhte Krankheitsrisiko (Aufenthalt in einem Spital oder Pflegeheim im Vorjahr, der länger als drei Tage dauert) ergänzt werden.

Das dürfte letztlich schon bald das Ende der Billigkassen bedeuten. «Es wird 2012 sicher Veränderungen bei den bestehenden Gefässen geben», prognostiziert denn auch Stefan Kaufmann, Direktor des Krankenkassenverbandes Santésuisse. Die Versicherer würden im Hinblick auf die bevorstehende Änderung des Risikoausgleichs vermehrt in Managed-Care-Modelle investieren, glaubt er. Heute ist erst knapp ein Fünftel der Schweizerinnen und Schweizer alternativ versichert.

Sparen wird schwieriger

Aber eins ist klar: Trotz Alternativ-Versicherungen wird es besonders für junge Gesunde je länger je schwieriger, bei der Grundversicherung so viel Prämien zu sparen wie in der Vergangenheit. «Auf Prämienoptimierer kommen schwere Zeiten zu», glaubt Rob Hartmans, Mediensprecher des Branchenprimus Helsana mit fünf Billigkassen. Bereits nächstes Jahr werden die maximalen Rabatte für die zusätzliche Kostenbeteiligung bei den Wahlfranchisen von 80 auf 70 Prozent zurückgestutzt. Gesamthaft rechnet Richard Eisler, Geschäftsführer des Internetvergleichsdienstes Comparis, deshalb für 2010 mit Prämienaufschlägen von über 20 Prozent bei den Versicherten mit maximalen Franchisen bei Billigkassen.

Auch Franchisenhopper dürften bald in die Röhre schauen. Denn aktuell steht beim Bund die Einführung einer Mehrjahrespflicht bei den Wahlfranchisen zur Diskussion. Damit soll verhindert werden, dass Versicherte jedes Jahr je nach Behandlungsbedarf ihre Franchise hinauf oder herunter setzen. Kaufmann rechnet damit, dass die Lösung grossen Support erhält und somit bereits 2011 in Kraft treten könnte.

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